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Aus der Amazon.de-Redaktion
Als Pippa Lee mit ihrem Ehemann Herb zum ersten Mal mit dem Auto nach Marigold Village kommt, ist sie gerade dreißig Jahre alt geworden, Herb ist sechzig. "Runzeldorf" haben sie die Siedlung für Ruheständler damals genannt, in der sie lange herumirrten, weil sie aus unerklärlichen Gründen den Ausgang nicht finden konnten. Zwanzig Jahre später quartieren sich Herb und Pippa selbst hier ein. In einem Haus, das Pippa so vorkommt wie "auf Zahnstümpfen fixierte blitzende Kronen in einem alten Mund": außen neu, aber mit deutlichen Spuren des Verfalls im Untergrund.
In Marigold Village gibt es alles, was man zu Überleben im Alter braucht: "einen Bereitschaftstrauerberater, zwei Eheberater, einen Sexualtherapeuten und einen Naturheilkundigen. Buchklub, Fotoklub, Gartenklub, Modellboot-Klub". Aber dieses alles ist Pippa bald nicht mehr genug. Sie, die früher mit Drogen und Sexorgien experimentierte, bricht aus einem Eheleben, das sie bisher als glücklich bezeichnet hätte, das aber längst zum Stillstand gekommen ist, aus -- und muss in Rebecca Millers bezauberndem Roman Pippa Lee die Erfahrung machen, dass nichts so war, wie sie dachte, dass es sei.
Rebecca Miller ist die Tochter des US-amerikanischen Schriftstellers Arthur Miller und der deutschen Fotografin Inge Morath. Wenn es nicht so abgedroschen klänge, so könnte man sagen, dass sie von beiden Elternteilen das Beste ererbt hat, was diese zu vergeben hatten: von Miller das Gespür für die literarische Dramaturgie (und Melancholie) in der Sackgasse gelandeter Lebensläufe, und von Morath den Sinn fürs fotografisch-poetische Detail. Pippa Lee jedenfalls ist ein wundervoll einfühlsames, trauriges, facetten- und bilderreiches Buch geworden. Mit einer Hauptfigur, an die man sich noch lange erinnern kann. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de
Maybe superficial, but a good read anyway ![]()
"The Private Lives of Pippa Lee": klar, dieses Buch ist nicht Finnegan's Wake, aber warum nicht mal eine leicht zu lesende Lektüre mit interessanter Form (Ich-Erzählung vs. 3 Ps.)? Wir alle haben einen Job, eine Familie und Freunde, die alle ihr Maß an Aufmerksamkeit einfordern - da tun ein paar Stunden mit Pippa als easy read gut für das bißchen Ich, das da noch bleibt. Und schlussendlich waren ja dann doch ein paar Gedankenanstöße mit dabei, die es durchaus wert waren, mitgenommen zu werden auf eine Denkreise, während ich hinaus blickte auf den Nebel, der durch den Weinberg kroch... Für mich in der herbstlichen Stimmung perfekt! Big thx to my friend, who gave me this book as a present - wouldn't have wanted to miss this book!
"in diesem Moment wurde ich zu Pipa Lee" ![]()
Das autobiographisch anmutende Buch ist in 3 Teile gegliedert.
Teil 1 und 3 spielen in der heutigen Zeit und werden beobachtend geschildert. Im 2. Teil schildert Pipa Lee ihre Kindheit und Jugend bis sie ihren Mann Herb geheiratet und mit ihm eine Famile gegründet hat selbst.
Alle 3 Teile sind schnell und flüssig geschrieben und ebenso flott gelesen. Dennoch hält es für mich die ganze Zeit über eine Spannung, die einem stets fragen lässt "wie geht's weiter?"
Pippas Leben wird gänzlich erzählt. Ihre Kindheit mit 4 Brüdern, die für ihre Mutter kaum anwesend waren, da nur Pippa in ihrer Welt vorkam und ihre gesamte Liebe und Aufmerksamkeit bekam. Eine erdrückende Liebe. Von einer drogensüchtigen Mutter obendrein.
Die Flucht zu ihrer lesbischen Tante. Die Freundin der Tante, die sie in Sadomaso-Praktiken einweihte und dazu missbrauchte. Die erneute Flucht zu ihren neuen Freunden im Drogenmilieu.
Erst ihr späterer Mann Herb konnte ihr helfen, eine neue Richtung im Leben einzuschlagen. Sie wechselte von heute auf morgen von der drogenvernebelten Künstlerwelt in die High Society.
Pippa erzählt dabei von ihren Ängsten, ihren Schuldgefühlen der Ex-Frau Herbs gegenüber und von ihrer Liebe zu ihrem Mann und ihren Kindern. Der unkomplizierten Liebe zu ihrem Sohn, der viel schwierigeren Beziehung zu ihrer Tochter...
nichts im Leben dieses Frau wird ausgespart, und es ist ein Leben, das schon Einiges zu erzählen hat.
Am Ende des Buches endet ein weiterer Abschnitt in Pippa Lees Leben - der an der Seite ihres Mannes Herb. Und ein neuer Abschnitt beginnt. Jetzt. Auf dem nur die Phantasie des Lesers Pippa begleiten kann.
Verfehlt ![]()
Durchaus interessant geschriebenes Buch einer Hauptdarstellerin die ihren Lebenszweck in der ideologisch oberflächlichen und vorgegebenen Welt des amerikanischen Konsumzirkels sucht. Einzig gelungen scheint mir an dem Buch das selbst das Leben der Hauptdarstellerin davon aufgezehrt wird. Im Vergleich zu anderen Autoren die irgendwelche Auswege kurioser Art anbieten lässt die Autorin ihre Protagonistin systemkonform in der Welt in der sie ohne Hoffnungsschimmer auf sinnvolle Lebensgestaltung ihrem Älterwerden entgegen dämmert sitzen.
Das mag wie man will,auf jeden Fall macht es die Geschichte flach und eindimensional,gab es doch auch Menschen die ihre Erfüllung im Streben nach der Hilfe des anderen gefunden haben, wie Mutter Theresa oder Menschen die Kasteiung ihrer selbst als im völligen Entzug der gesellschafltichen Normen diesem vorgezogen haben.
Aber dies ist nicht das Thema des Buches,das Thema so scheint mir ist die durchschnittliche medial eingefangene amerikanische Hausfrau der gehobenen Klasse deren Daseinsgedanken nur um ihre Existensicherung dreht.
Finanziell kann sie diese Ängste durch Heirat in den Griff bekommen,nicht aber den körperlichen Zerfallsprozess und sie lässt sich ständig durch die Fantasielosen Idiome einer mit dem Altern und dem lebenssinn unfähig zu werdenden Konsumgesellschaft erblenden. Alles wird wie am Fernseher in einer Art Konsumfilm vorgeführt,seien es die famos beschriebenen Wohnviertel der Dämmerung oder andere Personen,ohne jede Eigeninitiative ihrerseits alles hinnehmen und nur kommentieren.
Sicherlich bezahlt man gegen Ende seines Lebens mehr Rechnungen als am Anfang, wahrscheinlich sogar die seiner wiederspruchslosen Anahme was einem im Leben so opportun erscheint und dies schildert das Buch sehr deutlich.
Überflüssig ![]()
Warum nur habe ich dieses Buch gelesen? Hätte ich doch nur auf meine innere Stimme gehört. Dämlicher Titel, hässliches, buntes Cover und in einigen Kritiken fiel das Wort "Hausfrauenroman". Schon rein von der Thematik her hat mich der Stoff überhaupt nicht interessiert. Aber ich dachte mir, vielleicht ist das Buch ja gar nicht so schlecht. Nein, schlecht ist es nicht, es ist belanglos und überflüssig. Sämtlich Figuren und ihre Geschichten kratzen immer nur an der Oberfläche, man hat gar nicht die Chance ihnen näher zu kommen oder sie gar sympathisch zu finden. Ich habe es trotzdem durchgelesen, aber ich war froh es danach aus der Hand legen zu können. Die Handlung und die vorkommenden Personen habe ich sofort wieder vergessen. Das Buch mit den Kurzgeschichten von Rebecca Miller werde ich erst mal noch nicht lesen. Es braucht glaube ich ein bisschen Zeit, ehe ich ihr eine zweite Chance gebe.
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