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Die Leiden des jungen Werther, Reclam Universal-Bibliothek, Nr.67

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Die Leiden des jungen Werther, Reclam Universal-Bibliothek, Nr.67 by Johann Wolfgang von Goethe Preisempf.: EUR 3,20
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Customer Reviews:
Werther <>Lotte <> Albert
ich habe diese Buch in 2 Tagen , an denen ich eigentlich gra keine Zeit hatte, verschlungen! Das damals eine Manie ausgebrochen ist kann ich gut verstehen! Es ist das emotionalste, authentischste und einfach beste Buch, was ich jemals gelesen habe! Es geht einem unter die Haut, die Tränen laufen und Goethe hat als lyrisches Ich den Nagel auf den Kopf getrffen, wenn er schon im Vorwort meint, dass man sich nicht dagegen wehren könne, Aber wollen wir das? Ich nicht! Man muss fühlen können, aber auch Sturm und Drang mögen. Für uns als Jugend kann es hilfreich sein, für gefühllose eventuell etwas aus dem Leben "normaler" Menschen zeigen. Es ist aktuell bis heute und für jeden zu empfehlen, edr sich selbst Hilfe geben will, oder einmal richtig leiden will1 Meine Meinung : Lesen Sie es!!!

Gefühlsduselei
Goethes Werther, ein dramatischer Briefroman mit dem Goethe sowohl einen durchschlagenden Erfolg hatte, ja man könnte ihn fast als den Harry Potter des Sturm und Drangs" bezeichnen, als auch zu einer Welle von Suiziden beitrug.
Alles ausgelöst durch die enttäuschte und hoffnungslose Liebe des jungen Werthers, in dessen Geschichte der Autor autobiographische Erfahrungen verarbeitet.
Die Handlung erstreckt sich in einem Zeitraum von Mai 1771 bis Dezember 1772. Der junge, leichtsinnige Werther, noch ohne Lebensplanung, lässt sich in dem idyllischen Dorf Wahlheim" nieder. Dort lernt er die etwa 20 Jahre alte Lotte kennen. Diese ist jedoch bereits mit Albert verlobt und somit ist der Grundstein für Werthers Leiden gelegt.
Werther berichtet in tagebuchartigen Briefen, die auch an einen inneren Monolog erinnern, seinem Freund Wilhelm von seinen Erlebnissen, Natureindrücken und seinen Gefühlen. Er schreibt dabei stets unter direkten Einfluss des Erlebnisses, sodass es scheint, als wäre er mehr mit seinem eigenen Erleben, als mit der Wirkung auf den Briefempfänger beschäftigt und scheint somit in seiner eigenen Welt zu leben.
So wird der Leser, ob gewollt oder nicht, in die nur so von Kitsch geprägten, liebestollen Gefühlswelt von Werther hineinkatapultiert, denn dieser beschreibt jedes Detail der Natur, jede Einzelheit des Erlebten und jede winzige Gefühlsregung, so genau und wortreich, dass dies alles dem Leser unglaubwürdig und übertrieben dramatisch erscheint.
Auffällig ist dabei die Steigerung der Gefühle von Werther zu Lotte. Was anfangs nur eine von Verliebtheit bedingte Schwärmerei ist, entwickelt sich zu einer fanatischen Besessenheit in der Werther Lotte zu dem Sinn seines Lebens macht. Bei ihrer ersten Begegnung bezeichnet er sie noch als ein Mädchen von schöner Gestalt" (16.Juni S.22 Z.22f), bald darauf nennt er sie Engel" womit er die Schönheit, die Unschuld, die Perfektion und die Unerreichbarkeit Lottes und seiner Abhängigkeit von ihr ausdrücken will, denn um [ihret]willen muss [er] leben!" (1.Juli S.40 Z. 3f).
Der Verfasser berichtet völlig leidenschaftslos, in knappen Sätzen und steigert somit die Wirkung der Briefe, in denen Werther von seinen Gefühlen hin- und hergerissen wird und von höchstem Glück, etwa als Lotte ihm ihr blassrotes Band zum Geburtstag schenkt, in den tiefen Abgrund des Schmerzes und der Verzweiflung gestürzt wird.
Im ersten Teil des Romans blendet Werther die Tatsache, dass Lotte verlobt ist, noch aus und macht sich Hoffnungen. Das tragische Geschehen wird nun vorbereitet und der drohende Konflikt wird sichtbar. Dies spielt sich im Frühling und Sommer ab, so wird wiederum Werthers Stimmung in der Natur widergespiegelt, denn seine Zuneigung zu Lotte wächst.
Doch Albert kehrt von seiner Reise zurück und durch die Anwesenheit des Verlobten wird Werther die Hoffnungslosigkeit seine Liebe bewusst. Werther verlässt das Dorf um Abstand zu gewinnen. Er kehrt jedoch nach einiger Zeit wieder zurück. Lotte ist inzwischen mit Albert verheiratet. So kommt es im zweiten Teil des Romans zur Krise und Werther verliert sich im Labyrinth seiner Gefühle.
Seine blinde und bedingungslose Liebe zu Lotte bringt ihn in einen Teufelskreis. Er klammert sich an jede noch so kleine Geste von Lotte. Ist er bei ihr, bemerkt er, dass er ihr nie wirklich nahe sein kann, doch schmerzt es ihn auch, kann er nicht in ihrer Nähe sein. Er quält sich nur noch selbst und versinkt nach und nach, dadurch, dass er die Ausweglosigkeit der Situation erkennt, in Schwermut und Melancholie. Er sieht keinen anderen Ausweg mehr als seinen Tod. Er besucht ein letztes Mal Lotte, küsst sie, doch sie weist ihn von sich. Mit gebrochenem Herzen erschießt sich Werther in seiner Kammer. Auf dem Pult liegt eine Ausgabe von Emilia Galotti" (S.153 Z.24).
Damit spielt Werther auf seine Situation an, denn Lessings Trauerspiel handelt von Emilia, die mit dem Grafen Appiani verheiratet werden soll. Doch der Prinz ist in Emilia verliebt und will die Heirat verhindern. Er lässt den Grafen töten, nimmt Emilia in seinem Schloss auf und versucht sie dort für sich zu gewinnen. Emilias Vater fühlt sich in seiner Ehre verletzt und tötet seine Tochter, bevor diese den Prinzen heiraten kann. Werther teilt somit Lessings Kritik an der bürgerlichen Moralvorstellung, welche die Entwicklung des Eigenwillens des Kindes unterdrückt und es zur unbedingten Pflichterfüllung zwingt. Werther will somit deutlich machen, dass Lotte nur um des Pflichtgefühls willen bei Albert bleibt.
Lotte ist nach Werthers Tod stark selbstmordgefährdet. Da dem Leser die Geschehnisse immer nur aus Werthers Perspektive berichtet werden, erhält man einen negativen Eindruck von der selbstsüchtig wirkenden Lotte.
Eigentlich scheint sie eine vernünftige, hilfsbereite und liebenswerte Person zu sein. Doch der Schein trügt. Schon früh wurde Lotte in die Mutterrolle gedrängt und musste sich nach dem Tod ihrer Mutter um den Haushalt und ihre acht jüngeren Geschwister kümmern. Trotz allem hat sie ihre Munterkeit nicht verloren und kümmert sich aufopferungsvoll um die Familie. Auch hat sie mit Albert einen guten, ehrhaften und treuen Ehemann gefunden, der stets für sie da ist und ihr in ihrer schwersten Zeit, dem Leiden und Sterben ihrer Mutter, beigestanden hat.
Als Albert auf Reisen ist, lernt sie den wankelmütigen Werther, das genaue Gegenteil von Albert kennen. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen und von seiner Zuneigung geschmeichelt. Durch eine Verbindung mit Werther versucht Lotte ihrem Alltagsleben zu entfliehen. Werther ist nicht der einzige Mann, der ihr verfallen ist. Schon einen ehemaligen Schreiberling ihres Vaters reizte sie, wie es scheint, unbewusst mit ihrer Unschuld und Lieblichkeit. Doch ist sie sich ihrer Auswirkung auf Werther bewusst und spielt mit ihm. Mal schickt sie ihn wie einen streunenden Hund weg, mal nennt sie ihn Lieber Werther" und schürt so seine Hoffnungen.
Die Beziehung ist für sie mehr ein Abenteuer, da ihr bisheriges Leben eher eintönig verlief. Sie schleicht aus dem Haus, wenn Albert zu Hause ist. Ich verstehe nicht genau, was Lotte an Werther so sehr gefällt, dass sie sich auf ihn einlässt. Es geht sogar so weit, dass sie Gefühle für ihn entwickelt und am Schluss so hoch spielt, dass sie sowohl sein, als auch ihr Leben zerstört, da sie mit dem Wissen weiter leben muss, Werther in den Selbstmord getrieben zu haben.
Alles in allem hat mir die Leiden des jungen Werthers" nicht gefallen, da es meiner Ansicht nach eine Gefühlsduselei ohne Handlung mit unsympathischen Personen ist.

Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werther
"Nun sitze ich hier wie ein altes Weib, das ihr Holz von Zäunen stoppelt und ihr Brot an den Türen, um ihr hinsterbendes freudeloses Dasein noch einen Augenblick zu verlängern und zu erleichtern."

Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werther - Rezension von Katharina Joos

Sturm und Drang durch und durch. Der 1774 erschienene und sehr erfolgreiche Briefroman Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang Goethe erzählt die Geschichte von Werthers unglücklicher Liebe zu Charlotte S. Werther, ein neues Gesicht in "Wahlheim", lernt "Lotte" bei einem Ball kennen und - obwohl er weiß, dass sie bereits einem gewissen Albert versprochen ist - verliebt sich in sie. Während ihr Verlobter verreist ist, scheint alles noch gut zu sein: Werther schwebt im siebten Himmel, verliert sich in Euphorie, stattet Lotte täglich Besuche ab und vergisst, dass sie schon an einen anderen vergeben ist. Doch eines Tages kehrt Albert zurück und die Tragödie nimmt ihren Lauf: Zwar freundet sich Werther mit Albert an, aber die Erkenntnis, dass Lotte ihm gehört, reißt ihn schmerzhaft aus den Wolken. Er wird immer depressiver, immer unglücklicher, bis er beschließt, Lotte und Albert für immer zu verlassen. Lange hält er es ohne seine angehimmelte Geliebte jedoch nicht aus, kehrt zurück und verfällt allmählich dem Wahnsinn.

Der Roman besteht hauptsächlich aus Briefen, von denen die meisten sich an einen gewissen Wilhelm richten. Dieser ist ein guter Freund, bei dem Werther sein Herz ausschüttet, wodurch der Leser einen hervorragenden Einblick in die Seele des Protagonisten bekommt. Der emotionale Schreibstil, der all die vielen winzigen Details von Werthers Empfindungen wiedergibt, besticht durch seine aus heutiger Sicht altmodische, poetische Ausdrucksweise und stellt für Fans schöner, alter, anglizismenfreier Sprache ein gefundenes Fressen dar. Ich weiß noch, wie gierig und begeistert ich die ersten Briefe heruntergeschlungen, den Stil verherrlicht und analysiert habe. Wie ich davon träumte, mich von meinem grässlichen Slang-Deutsch abzugewöhnen, Goethes schöne Sprache in eigene Geschichten und Gedichte einbringen zu können. Wie gern ich den "Werther" zuerst gelesen habe... Bis es mir einfach zu viel wurde.
Die Briefe des extrem euphorischen Werthers sind mit unzähligen detailreichen Beschreibungen seiner Gefühle sowie der Natur angereichert. Dies ist eine Kunst für sich, die einen Roman erst "lebendig" wirken lässt. Werthers Beschreibungen sind, dem Zeitgeist entsprechend, äußerst emotional bis völlig übertrieben und vor allem ausführlich. Zu ausführlich, würde ich sogar sagen. Denn aus meiner Sicht gibt es noch eine "höhere" - d. h. um einiges schwierigere - Beschreibungskunst, nämlich kurz, einfach, aber treffend und anschaulich zu schreiben. Diese Art von Kunst fehlt im "Werther" jedoch völlig. Der Leser wird mit komplexen Endlossätzen zugehäuft, was das Lesen nicht gerade erleichtert, sondern eher zu einer schläfrig stimmenden Angelegenheit macht, denn irgendwann verliert man die Lust daran, Werthers Kummerkasten zu spielen, und sich zum zehntausendsten Mal seine selbstmitleidigen Oden von "Lottens" Göttlichkeit, der Schönheit der Natur und der Dummheit der Gesellschaft reinzuziehen. Meiner Meinung nach ließe sich der ganze unnötig in die Länge gezogene Roman sogar in einer nicht minder emotionalen Kurzgeschichte zusammenfassen, die aufgrund ihrer Kürze eine noch ergreifendere Wirkung gehabt hätte.

Im Großen und Ganzen hat es für mich beim Lesen nicht viel gegeben, was mich gestört hat. Nur der oben bereits beschriebene Kritikpunkt hat mir den Lesegenuss ziemlich verdorben. Wenn man ihn weglässt - was eigentlich undenkbar wäre, weil er mindestens die Hälfte des Gesamteindrucks ausmacht -, so finde ich den Roman hochinteressant. Wie oben bereits erwähnt, verdient es die schöne Sprache, wenigstens gekostet zu werden. Auch die Briefform des Romans ist gut gewählt, denn so kann der Leser die Veränderungen in Werther sozusagen direkt beobachten und seine Gefühle und Handlungen problemlos nachvollziehen. Unverständlich ist für manche Leser vielleicht das tragische Ende, doch das ist rein subjektiv, da ich zum Beispiel es aus psychologischer Sicht sehr interessant finde zu beobachten, wie Werther allmählich wahnsinnig wird.
Ich möchte kein Urteil fällen und Die Leiden des jungen Werther als gut oder schlecht bezeichnen, aber es lässt sich sagen, dass ich den Roman für absolut lesenswert halte, denn wenn die Hürde der Ödigkeit der unendlichen Beschreibungen überwunden wird und der Leser sich durchringt weiterzulesen, gibt es viel, was er mitnehmen kann: die wundervolle Sprache, der Zeitgeist des 18. Jahrhunderts, neue Gedanken. Die Lektüre alter Literatur wirkt schließlich wie eine Zeitreise, insbesondere ein Roman, der seinerzeit einen regelrechten Boom ausgelöst hat, da er ein Thema behandelt, das damals viele Menschen beschäftigte. Doch die Entscheidung, diese Zeitreise anzutreten, sei natürlich jedem selbst überlassen.

Meisterwerk des Sturm und Drang
"Die Leiden des jungen Werther" ist ein Meisterwerk des Sturm und Drang, voller Leidenschaft und Emotionen, mächtig genug, eine Gesellschaftsordnung zu unterminieren, die sich auch heute noch übermitteln. Der "Roman" besteht aus einer Sammlung von Briefen Werthers an seinen Freund Wilhelm, deren Anlass die unglückliche Liebe zu Lotte ist, welche gemäß den gesellschaftlichen Konventionen einen anderen heiraten muss.
Dabei steigern sich die vom Autor übermittelten Empfindungen und Liebesphantasien während des Verlaufs des Romans bis in den Fast-Wahnsinn.
Werthers Selbstmord am Ende des Romans hat damals angeblich eine Reihe von Selbstmorden junger Männer ausgelöst, die sich in ähnlicher Situation befanden. Das mag die starke Wirkung dieses Werks verdeutlichen. Es ist letztlich nicht nur Liebesgeschichte, sondern auch Porträt einer erstarrten und verknöcherten Adels- und Beamtenkaste, ein erstaunliches Frühwerk des späteren Legationsrats.

Die Leiden des...
Ein Werk aus der Hand des Meisters.Nur zu empfehlen.
Die Liebe,in diesem Büchlein so omnipräsent beschrieben,erspürt man fast.
Die Welt war wieder ein klein wenig anders für mich..nach Werther.
Für jeden der gerne die Menschlichkeit betrachtet-ein Muss.

Hetzerath 21-11-2007

Georg Paul Kröschel


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