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Released: 2002-04-26 Durchschnittliche Kundenbewertung: More Details: Mittsommermord Mittsommermord @Amazon Mittsommermord @aStore |
Aus der Amazon.de-Redaktion
Mankell ist ein Phänomen -- sein neuester Roman ein Ereignis. Während viele bewährte Krimiautoren im x-ten Fall ihres Helden zu schwächeln beginnen ob der Zwänge des Marktes und der ihnen abgeforderten Schreibgeschwindigkeit, legte der schwedische Autor gerade sein bisher bestes Buch vor. Nichts ist zu bemerken von Verschleiß, Unlust oder Ideenarmut.
Mittsommermord ist gleichzeitig aber auch Mankells bisher düsterstes und pessimistischstes Buch, das einen trotz erfolgreicher Arbeit zutiefst beunruhigten und verunsicherten Kommissar Kurt Wallander zeigt. Der Plot selbst ist nicht neu. Ein Serienmörder wird gejagt. Ein Mörder allerdings, der eine merkwürdige Vorliebe für kostümierte Opfer zu entwickeln scheint. Alles beginnt damit, dass eine Gruppe von Jugendlichen spurlos verschwindet. Monate später findet man die Vermissten erschossen und im Zustand fortgeschrittener Verwesung in einem Naturpark, gerade dort, wo sie vor ihrem Verschwinden gemeinsam ein Mittsommernachtsfest gefeiert hatten. Wallanders Kollege Svedberg wird erschossen in seiner Wohnung aufgefunden -- warum musste er sterben? Zunächst steht ein Zusammenhang der Morde gar nicht zur Diskussion, bis deutlich wird, dass Svedberg selbst im Urlaub heimlich am Fall der verschwundenen Jugendlichen arbeitete.
Ein hervorragender Kriminalroman wird eben doch durch mehr gekennzeichnet als nur durch die Originalität seiner Handlung und vordergründige Spannung. Intensiver als jemals zuvor legt Mankell die Psyche seiner Helden und seines Täters offen, ihre Ängste, Sorgen und Beweggründe. Er zeigt die tiefe Krise einer Ermittlercrew an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Und er schafft es wieder, dass der Leser ihm mit angehaltenem Atem folgt. Immer deutlicher wird auch: Henning Mankells Erfolgsgeheimnis ist eigentlich gar keines. Seine Figuren leben! Seine Helden sind aus Fleisch und Blut!
Mehr denn je zweifelt Kurt Wallander in diesem Roman am Sinn seines Tuns. "Man fühlt sich so machtlos. Und man fragt sich, ob man es wirklich aushält, bis man alt wird." Hoffen wir, dass dieser moderne Don Quixote seinen Kampf gegen die Windmühlen des Lebens erneut aufnehmen wird. Ulrich Deurer
Was am Anfang fast unmöglich scheint, entwickelt sich immer mehr zur Gewissheit: Es muss ein Zusammenhang zwischen zwei brutalen Morden bestehen. Zwischen dem Mord an den drei jungen Leuten, die in Kostümen des 18. Jahrhunderts fröhlich Mittsommer feierten und der Tötung Svedbergs, eines Kollegen von Kommissar Wallander. Immer rätselhafter erscheint der zurückgezogen lebende Svedberg. Warum ermittelte er verdeckt in der Sache der drei Jugendlichen? Und wer ist Louise, eine Frau, zu der er - ohne dass jemand auch nur davon ahnte - seit 10 Jahren ein Verhältnis hatte. Wallander tappt im Dunkeln, immer auf der Suche nach "dem Punkt, an dem sich die Spuren kreuzen". Er fühlt sich entkräftet, kein bisschen cool. Gleichzeitig plant der kranke Mörder weitere Morde und weiß offensichtlich aufs Genaueste über seine Opfer Bescheid.
Die Atmosphäre von Verzweiflung, die die Geschehnisse umhüllt, ist Ausdruck eines Schriftstellers, der sich vor allem als Gesellschaftskritiker und weniger als Krimiautor sieht. "Gewalt ist etwas Natürliches geworden" lautet die bittere Erkenntnis. Im Hörspiel tritt der wahnsinnige Mörder vor oder nach den Morden mit einer teilnahmslosen, sehr auf Ordnung bedachten Stimme (Daniel Werner) auf. Ulrich Pleitgen, Anne Weber, Petra Redinger u.v.a. garantieren in diesem perfekt inszenierten Hörspiel für Spannung pur! Hörspiel mit Musik, Spieldauer: ca. 110 Minuten, 2 CD. Erhältlich als MC und CD.
-- culture.text
Vielleicht der beste Wallander ![]()
Was Henning Mankell hier auf rund 600 Seiten gelungen ist, kann man mit Fug und Recht als (Krimi-) Literatur der Extraklasse bezeichnen.
Zur Handlung: Drei junge Erwachsense werden an Mittsommer kaltblütig ermordet. Als kurz darauf auch der ermittelnde Kollege Wallanders erschossen aufgefunden wird, beginnt ein Alptraum, den keiner mehr loslässt.
Dabei wird Kurt Wallander einmal mehr seiner Rolle als depressiver und von Selbstzweifeln geplagter Kommissar gerecht.
Hast du einen gelesen.... ![]()
dann kennst Du im Grunde alle: Wallander ist Buch für Buch auf der Jagd nach einem Massenmörder. Die Spannung soll dadurch entstehen, dass der Leser der ermittelnden Polizei immer einen kleinen Schritt voraus ist, weil der Böse sich alle 50 Seiten auch mal zu Wort meldet. Das Buch endet stets in einem nächtlichen, einsamen Show Down, in dem Wallander den Mörder zur Strecke bleibt und danach, steht man dann als armer Tor und ist so klug als wie zuvor. Denn viele der groß aufgebauschten Geheimnisse des Buches erweisen sich dann zum Schluss als ganz banale Konstellationen.
Aber eigentlich geht es Mankell in all seinen Wallander Krimis ja auch um etwas anderes, um die Beschreibung eines gesellschaftlichen Zerfallprozesses: "Eine neue große Teilung des Volks ging im Land vor sich. In Menschen, die gebraucht wurden, und Menschen, die unnötig waren. In dieser Wirklichkeit Polizist zu sein würde immer schwierigere Wahlsituationen mit sich bringen. Sie würden weiterhin eine Oberfläche sauberhalten, obwohl die Fäulnis darunter weiterbestand, in der tragenden Konstruktion der Gesellschaft." Auf die Dauer ist es aber wenig erhellend, immer wieder einen Massenmörder durch 5-600 Buchseiten zu treiben, um auf diesen Zustand hinzuweisen.
In diesem Buch geht es um den Mord an drei jungen Menschen, die das Mittsommerfest gefeiert haben und um einen erschossenen Kollegen von Wallander. Neu ist dieses Mal, das Wallander Diabetes hat - sein Heißhunger, seine Durstgefühle, die Wutanfälle und die stete Müdigkeit nehmen einen großen Platz ein. Ansonsten ist alles wie gehabt, in der Regel ist der Schwede depressiv und beziehungsunfähig - allen voran Wallander. Wers mag...
Der nächste bist du! ![]()
Was sind die Zutaten zu einem perfekten Krimi? Henning Mankell versammelt hier (fast) alle Elemente, die ein Buch zu einem Meisterwerk werden lassen. Wallander, unser aller liebster Kommissar, und seine Leute verfolgen einen Wahnsinnigen, der leidenschaftlich gern Menschen tötet, die glücklich sind. Die verkleidet sind und Feste feiern und ganz nebenbei trifft es auch einen Kollegen. Es scheint ein schier unmöglich zu lösender Fall zu werden. Gespickt mit vielen überraschenden Wendungen und tollen Charakterdarstellungen ist eine schlaflose Nacht so gut wie sicher!
Mittsommerlangeweile ![]()
Ich glaube ich habe langsam genug von diesen immer wiederkehrenden Automatismen in der Kriminalliteratur. Ein Ermittler, meist übergewichtig, den Zenit seines Lebens schon lange hinter sich gelassen, gerät neben seiner eigentlichen Arbeit in einen Strudel der Selbstfindung. Innerlich zerrissen und äusserlich ein Wrack stolpert auch hier der Chefermittler Kurt Wallander durch eine Geschichte voll gepackt mit Peinlichkeiten. Es gipfelt darin, das ein erfahrender Polizist( der wohl irgendwann auch mal eine Ausbildung gehabt haben muss) wie ein Anfänger erst seine Dienstwaffe verliert und dann mit einer Planke in der Hand kurz vorm finalen Schlag gegen den Bösewicht auf die Schnauze fällt.In einem Land wo die Polizisten ihre Gefangenen nicht mit Handschellen sondern mit Abschleppseilen fesseln und die Verdächtigen sich einfach als Frau verkleiden und somit die Vorstellungskraft der gesamten schwedischen Polizei sprengen, möchte man nicht tot über den Zaun hängen. Es sind ja immer wieder die selben Zufälle die der Alltag eines Staatsdieners so bereit hält. Man fährt ( natürlich ohne seinen Kollegen bescheid zu sagen weil der Akku vom Handy leer ist ) in eine stockfinstere Gegend in der sich ein mutmasslicher Mörder versteckt hält. Dann bleibt plötzlich der Wagen liegen ( vermutlich die Batterie ) und wo wir gerade bei Batterien sind, streikt natürlich auch noch die Taschenlampe. Die meist anwesende Dame, die gesagt bekommt sie möge bitte im Wagen warten, ignoriert dies selbstverständlich und kommt auf 15cm Stillettos durch den Schlamm hinterher gestackst und bringt die eigentlich sicher geglaubte Situation nochmal so richtig durcheinander und den Helden in Bedrängnis. Ganz so schlimm ist es bei diesem Wallander vielleicht nicht, dennoch drückt diese stoische Ruhe der Gegend in der dieser Roman spielt nicht nur auf die Gehirnzellen des Hauptcharakters sondern auch auf die des Lesers. Und wenn Mankell dann schreibt:" Aber da war auch Zorn über das, was geschehen war. Mehrmals hatte er in seiner Wut aufs Gas getreten, ohne es zu merken. Einmal war er über einhundertfünzig Stundenkilometer gefahren.", ist es wirklich an der Zeit sich in der Küche schnell ein Beruhigungstee zu kochen.
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