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Kurzer und Prägnanter Einstieg ![]()
Ich kann mich meinen Vorrednern anschließen. Das Buch schafft einen kurzen, übersichtlichen und prägnanten Einstieg in das Thema der narzistische Persönlichkeitsstörung.
Als störend empfand ich die ständigen Wiederholungen.
Ein Beispiel: Hans-Peter Röhr erwähnt immer und immer wieder ,dass es bei dieser Art der Persönlickeitsstörung um ein Fehlen der eigenen essientiellen Selbstliebe handelt bzw. um ein fehlendes Maß und Gefühl für die Wertigkeit der eigene Person. Statt der Wiederholung, wünschte ich mir mehr Tiefgang -auch mit den konkreten Fachbegriffen.
Trotz der "Schwachpunkte" bleibt Röhrs Buch empfehlenswert. Wer sich für das Thema interssiert wird den Kauf keinesfalls bereuen.
sehr empfehlenswerte Einführung ![]()
Röhr liefert die beste mir bekannte Einführung zu dem Thema. Das Vehikel der Märchen-Interpretation mag zuweilen etwas überstrapaziert werden, doch macht es die Problematik gerade für Neulinge sehr anschaulich und verständlich. Das Buch ist laut Verfasser auch für Narzissten selbst geschrieben, was mir merkwürdig erscheint, da es ja in der Natur eines Narzissten liegt, sich mit eigenen Problemen gerade nicht zu beschäftigen, bzw. sich diese nicht einzugestehen. Daher kommt es wohl auch, dass die Narzissten hier - mehr als in anderen Werken - als Opfer erscheinen und relativ verständnisvoll angesprochen werden.
Spezialisten und Menschen, die sich schon länger mit der Materie beschäftigen, werden hier wohl kaum Neues erfahren. Neulinge aber, die sich oft alleine fühlen mit ihren Problemen mit Partnern, Familienmitgliedern, Bekannten, etc. finden eine verständliche aber nicht oberflächliche Einführung in das "innere Gefängnis" Narzissmus.
Märchen überinterpretiert ![]()
Nichts gegen Deutung von Märchen und Übertragung und Anwendung auf aktuelle Themen und Probleme. Was hier allerdings an Interpretation passiert, erscheint mir doch reichlich konstruiert und erzwungen. Was würden wohl die Brüder Grimm dazu sagen?
Der Autor hätte bestimmt ein leidlich allgemein-verständliches Buch zum Thema
"krankhafter Narzissmus" schreiben können, wären da nur nicht die ständigen Versuche, Analogien zum Märchen zu entdecken.
Ich habe mir beim Lesen relativ bald angewöhnt, das sich immer aufdrängende Märchen auszublenden, und somit doch einige interessante Informationen aus dem Buch gezogen, auch wenn es in vielerlei Hinsicht nur an der Oberfläche kratzt.
Plastische Darstellung ![]()
Der Text richtet sich an Betroffene und skizziert anhand des Grimmschen Märchens vom Prinzen im Eisenofen wie sich diese frühkindliche Störung manifestiert und eröffnet mögliche Perspektiven für eine Heilung. Die Analogien zu den Handlungsabschnitten im Märchen werden detailliert herausgearbeitet und durch zahlreiche Fallbeispiele für den Leser greifbar gemacht.
In der griechischen Mythologie verliebt sich Narziss in sein Spiegelbild und will sich mit seinem Spiegelbild vereinigen. Bei diesem Versuch ertrinkt er. Beim Narzissmus handelt es sich also um übersteigerte Selbstliebe. Diese äußert sich darin, dass der Betroffene keinen Zugang zu seinen Gefühlen findet und sich in einem Eisenpanzer einschließt. Liebe muss erarbeitet werden, er hat ein übermäßiges Verlagen nach Bewunderung, es mangelt ihm an Empathie für andere Menschen, eigene negativ wahrgenommene Anteile werden auf andere projiziert, in zwischenmenschlichen Beziehungen ist er ausbeuterisch. Röhr hebt immer wieder auch die suchtgefährdenden Aspekte der Störung hervor.
Elemente aus den 12-Schritte-Programmen (Anonyme Alkoholiker, Emotions Anonymous etc.), die auf dem Weg der Heilung hilfreich sein können, werden genannt.
Das Buch enthält einen umfangreichen Anhang, in dem u.a. die Auswirkungen einer narzisstisch gestörten Gesellschaft angerissen und der Umgang mit betroffenen Personen am Arbeitsplatz besprochen wird. Der fachliche Überblick und die Bemerkungen zur Therapie sind meines Erachtens zu kurz gehalten, und in der Darstellung eines Modells ("Gefühlsbaum"), das alle Gefühle aus den 4 Grundgefühlen Wut, Seelischer Schmerz, Angst und Freude ableiten will, sucht man den Bezug zum Thema des Buches vergebens. Das Kapitel zu den frühkindlichen Störungen ist so knapp angedeutet, dass ich mich frage, ob es nicht überflüssig ist.
Aufschlussreich für mich war das Kapitel zum Umgang mit den inneren Eltern.
Röhr öffnet eine Türe zum Verständnis der narzisstischen Störung und bietet Ansatzpunkte zur Therapie. Seine Darstellung ist immer einfühlsam in alle Beteiligten. Für einen Laien wie mich ist das Buch ein guter, weil leicht verständlicher Einstieg, gerade da er auf die Diskussion der vorhandenen unterschiedlichen Deutungskonzepte verzichtet.
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