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Der Mönch könnte "Münchhausen" heissen ![]()
Ich hatte ein paar Probleme mit diesem Mönch, denn ich hatte mich auf einen spannenden historischen Roman gefreut.
Leider entwickelte sich die Story eher zu einem Münchhausen-Märchen mit histr. Hintergrund.
Der Schreibstil von Jan van Aken ist wirklich flüssig und gut. Auch der Ansatz der Geschichte ist nicht schlecht. Es geht um einen Mann, der das Pech hat 99 Jahre alt zu werden und in einer stillen Klosterzelle Bilanz zieht. Dieser Mann hat das Bedürfnis seine Erlebnisse aufzuschreiben und für die Nachwelt festzuhalten!
Jan van Aken hat hier sein Erstlingswerk hingelegt und man merkt hin und wieder das er eventl. Probleme hatte einen sauberen erzählerischen Bogen zu schlagen um von einem historischen Ereignis, zu einem anderen historisch interessanten Ereignis überzuleiten. Genau an solchen Stellen, wird es dann etwas "Münchhausen" ähnlich da die Erlebnisse des Mönchs doch sehr unrealistisch sind!
Die geschichtlichen Ereignisse, die Jan van Aken dort verbindet, über Adela Gräfin in Unterlothringen und auch Kaiser Otto, die Eremiten, die Päpste und auch den Dänischen König dieser Zeit, sind wirklich sauber recherchiert und sehr schön erzählt worden.
Jan van Aken benutzt leider oft in Dialogen einen überaus modernen Wortschatz, der dem geneigten Leder unangenehm ins Auge fällt. So Schlagwörter wie Werbemaßnahmen" hat bestimmt kein Sklavenhändler gekannt. Auch die Begriffe Deutsches Reich", Projekt", Schlepptau" oder Steckenpferd" waren damals bestimmt noch nicht im allgemeinen Sprachgebrauch.
Auch werden oft griechische oder lateinische Redewendungen und Buchtitel in die Geschichte eingeflochten, ohne das der deutschsprachige Leser eine Übersetzung findet. Schade, nicht jeder kennt die alten Dichter und Schriftsteller aus dem ersten Jahrtausend.
Dennoch ist die Geschichte unterhaltsam und mit einem deutlichen Augenzwinkern von dem Mönch ( Jan van Aken) aufgeschrieben worden.
Manches mal ist die Geschichte etwas langatmig und zäh. Auch der Charakter des Mönchs ist etwas flach beschrieben, aber das macht Jan van Aken wieder wett, indem er die historischen Persönlichkeiten sehr vielschichtig und in schillernden Farben beschreibt.
Daher nur 3 Sterne von mir für dieses Buch
Bibliophiles Plädoyer & mediävaler Reisebericht ![]()
"Nur weniges ist wertvoller als ein Buch...."
(Hroswith von Wikala)
In der niederländischen Originalausgabe wurde Jan van Akens Roman unter dem treffenden Titel "De valse dageraad: Het leven van Hroswithus Wikalensis, wreldreiziger en geleerde" bereits im Jahre 2001 veröffentlicht. Demgegenüber wird der deutsche Titel "Das Geständnis des Mönchs" nicht gerecht. Der Protagonist Hroswith, Sohn des Schwertschmiedes Fritherik, legt während seines ganzen Lebens nämlich niemals ein Gelübde zur Armut, Keuschheit und Gehorsam ab. Denn ein Ordenbruder wollte er gerade nicht sein! Auch der von ihm verfasste Rückblick auf sein 99-jähriges Leben ist alles andere, als ein Geständnis. Die im Umschlagtext genannten Stationen seiner Reise durch das mittelalterliche Europa und den Nahen Osten führen ebenfalls zu einer Verzerrung der Romanhandlung. Während Hroswiths Aufenthalt in England keine zwei Tage ( 4 Seiten) andauerte, beschränkt sich sein "Besuch" Konstantinopels mit einer knappen Seite auf die Durchfahrt des Bosporus. Bei den zeitlich längsten Aufenthaltsorten des mediävalen Weltenbummlers, dessen Leben eher von der Suche nach Büchern und Wissen, als vom "Cherchez la femme", bestimmt ist, handelt es sich um Jelling, Damaskus, Cordoba und schließlich Rom, wo er mit dem Amt des "Biblothecarius Palatii" betraut wird.....
In seiner Danksagung räumt der Autor zwar ausdrücklich "für Erbsenzähler" ein, dass das Wort Zephirus aus dem 13. Jahrhundert stammt. Der Roman weist darüber hinaus vor allem in direkter Rede seiner Akteure eine nicht geringe Zahl weiterer Anachronismen auf, von denen besonders folgende zu nennen sind. Steckenpferd (Seite 316), Projekt (S. 630) - 17. Jh., Schlepptau (S. 28 pp.), Schnaps (S. 137), Spaßvogel (S. 482), Schwerenöter (S. 668) - 18. Jh., Witzbold (S. 397) - 19. Jh., sowie Schluckspecht (S. 380) und Mannomann (S. 536) die aus der modernen Umgangssprache (!) stammen. Die historisch gravierendsten Schnitzer bieten jedoch der Begriff Ketzerei (S. 580), der erst im 13. Jahrhundert geprägt werden sollte und das aus der Nahuatl-Sprache des damals noch unentdeckten Mexiko (mehr als 500 später) entlehnte Wort "Tomate" (S. 392).
Der Roman bietet eine zwar Vielfalt an Details über historische Begebenheiten, Orte und Personen, wie die Dänenkönige Harald I. "Blauzahn" und Svend "Gabelbart", die Herrscher Polens, Ungarn und Venedigs, sowie den kaiserlichen Cousin und Papst Gregor V. Der Schwerpunkt wurde auf Kaiser Otto III. und Papst Silvester gesetzt, die mit ihrer einvernehmlichen "Renovatio Imperii Romanorum" das Morgenrot eines neuen Zeitalters heraufdämmern ließen. Einige bedeutende historische Fakten fehlen jedoch: Obgleich Hroswith als Walij am Hofe des Kalifen von Cordoba beschäftigt ist, wird an keiner Stelle der Name des Omajadenherschers Hischam II. genannt. Auch dessen berühmter Minister und Heerführer Mohamed ibn Abi Amir, genannt Almansor, wird mit keinem Wort erwähnt.
"Das Geständnis des Mönchs" spielt in einer Zeit des Mittelalters in der es noch Einklang zwischen Kaiser und Papst gab und über die es recht wenige Romane gibt. Durch die (zum Teil) unfreiwilligen Reisen des Romanhelden werden große Entfernungen in der damaligen Welt überbrückt. Die stets mit einer kräftigen Portion schwarzen Humors respektlos vorgetragenen, manchmal auch recht brutalen, Ereignisse sind nichts für zart besaitete Leser. Das wiederholte Auftreten einen mysteriösen Unbekannten mit schwarzem Mantel, roter Jacke und schwarzem Schlapphut erzeugt eine entbehrliche Prise Mystik. Trotz aller Kritik hat der informative und unterhaltsame 735seitige Roman, der zudem ein leidenschaftliches Plädoyer für das Lesen von Büchern ist, das Prädikat historisch verdient. Er kann vor allem denjenigen Lesern empfohlen werden, die bereits Freude an ähnlichen, mittelalterlichen Reiseschicksalen (z. B. Bronzevogel von Kaari Utrio, Der Goldene Salon von José Luis Corral Lafuente) gefunden und/oder den besonderen Humor mancher Wikingerromene (Röde Orm v. Frans Bengston u. a.) zu schätzen wissen. 3 Amazonsterne.
Beharrlichkeit zahlt sich aus! ![]()
Man braucht einen langen Atem, viel Geduld und einen längeren Weg zur Arbeit - dann geht's.
Ich war auf dem Weg zum ca. 30 Track der mp3-CD bzw. zum 6. oder 7. Kapitel des Buches mehrfach versucht, die CD in die Tonne zu drücken. Die Stimme hat genervt und die Qualität der CD ist auch nicht toll; ständig drehe ich am Lautstärkenregler, um die Lautstärkenschwankungen auszugleichen.
Aber ... endlich einmal auf genannter "CD-Höhe" angekommen, fängt die Geschichte tatsächlich an interessanter, spannender und auch humorvoller zu werden.
Neben blutigen Schlachtszenen gibt es dann auch hier und da mal etwas leicht frivoles und viele Abenteuer ... und man fängt an, den schmiedenden Mönch zu mögen.
Als Fan historischer Roman bin ich sicher keine Expertin des Hochmittelalter, aber hier und da kommen mir Zweifel an den historisch möglichen Begebenheiten der frei erfundenen Geschichte. Ich habe Zweifel, ob ein Vergleich des Mönchs zur Geschichte der "Frau Holle" geschichtlich möglich ist. Die Gebrüder Grimm haben erst Jahrunderte später ihre berühmte Märchen-Sammlung begonnen ...
Also: nur 3 Sterne wegen der meiner Meinung nach bestenfalls durchschnittlichen Leistung des Sprechers, der mäßigen CD-Qualität und den Startschwierigkeiten der Story.
Aber für den Preis geht's in Ordnung und ist beim Autofahren eine nette Unterhaltung.
Kurzweilig, aber nicht fesselnd ![]()
Den meisten meiner Vorschreiber kann ich mich anschließen.
Der Roman ist jedenfalls kein typischer Historienroman, dabei unterhaltsam und stellenweise sehr amüsant. Wer sich auf die mitunter sehr unglaubwürdigen Wendungen einlassen kann und Spaß an Phantastereien hat, wird sich nicht langweilen.
Und dennoch: Mir fehlte meine persönliche Bindung zum Protagonisten, die sich einfach nicht aufbauen wollte. Zu emotionslos waren da viele Schilderungen, zu kalt und gewaltbereit erschien Hroswith manchmal, was für mein Empfinden nicht recht zu seiner Zuneigung zu Büchern und Bildung passen will.
Ich schwankte zwischen drei und vier Sternen - bei genauerem Überlegen bin ich mir jedoch sicher, dass ich dieses Buch kein zweites Mal lesen werde - was bei mir ein Kriterium für eine Weiterempfehlung ist.
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