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Aus der Amazon.de-Redaktion
Normalerweise haben Krimis, so gut sie sonst auch sein mögen, ein großes Manko. Dieses Manko tut sich immer dort auf, wo die Autoren ihr angestammtes Terrain verlassen müssen: zum Beispiel, weil sie Zeitungsmeldungen -- etwa über die Mordfälle -- in den Plot integrieren wollen. Denn davon, wie Journalisten für gewöhnlich schreiben, haben die meisten keine Ahnung.
Im Fall von Joy Fieldings Roman Die Katze ist das anders. Und das ist gleich im doppelten Sinn sehr wichtig. Zum einen ist die Hauptfigur der US-amerikanischen Bestsellerautorin, Charley Webb, Journalistin -- Kolumnistin, um genau zu sein. Zum anderen hat Fielding zahlreiche "ihrer" Kolumnen integriert, die für das mörderische Geschehen nicht unwichtig sind. Und da zeigt sich, dass Fielding auch mit diesem eher fremden Genre ihrer Geschichte fiktive Glaubwürdigkeit verleihen kann.
Um es kurz zu sagen: die Kolumnen Webbs sind böse. Und sie sind persönlich. Kein Wunder also, dass die Journalistin aus Palm Beach Droh-Mails erhält, die sogar ihre beiden Kinder nicht aussparen. Aber sie erhält auch Post von Bewunderern, die ihr eher unlieb ist: so von einer verurteilten Mörderin, die drei Kinder grausam zu Tode gefoltert hat. Webb nimmt deren Angebot, über die Geschichte ein Buch zu schreiben, an -- und bringt sich und ihre Familie dadurch in Lebensgefahr. Denn der Mittäter ist noch auf freiem Fuß. Und er denkt nicht daran, sich durch Enthüllungsjournalismus enttarnen zu lassen…
Es ist nicht allein die Authentizität, die Fieldings Roman so unglaublich spannend macht. Es ist auch die Mischung aus komischen Dialogen, Thrill-Elementen und überraschenden Wendungen, die überzeugt. So ist Die Katze ein rundherum gelungener Krimi geworden, den man sogar lesen kann, wenn man journalistisch tätig ist-- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de
solides Handwerk ![]()
Eins vorweg: Joy Fielding versteht ihr Handwerk. Im Gegensatz zu einigen ihrer KollegInnen kann die Frau wirklich schreiben. Wie sie das journalistische Metier beschreibt, wie sie Dialoge skizziert und Szenen entwirft, das hat Routine und Klasse und verdient Bewunderung. Auch das journalistische Umfeld der Hauptperson, einer Kolumnenschreiberin, leuchtet sie vorzüglich aus und die Psychologie der handelnden Personen ist verblüffend stimmig.
"Die Katze" ist eigentlich eine Familiengeschichte, die Geschichte einer Familie, in der ein gefühlskalter intellektueller Vater mitsamt vier Kindern von seiner Frau wegen einer anderen Frau verlassen wird und aus Rache alle Kontaktversuche der Mutter zu ihren Kindern unterbindet.
Fielding erzählt gekonnt von den Brüchen und Verwerfungen und Folgen, die diese Familiengeschichte für die einzelnen Kinder hat und schildert den Prozess einer behutsamen Wiederannäherung der Mutter an die erwachsenen Kinder rührend.
Aber da ja ein "Thriller" angekündigt ist, muss die Protagonistin, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, ihr erstes Buch ausgerechnet über eine Frau schreiben, die angeklagt ist, mehrere Kinder gefoltert und ermordet zu haben. Auch die Interviews und das psychologische Profil dieser Frau in der Todeszelle bewältigt die Autorin noch mit erstaunlicher Brauvour.
Leider versucht sie dann am Ende in einem hanebüchenen Showdown, dem "Thriller"-Anspruch endgültig gerecht zu werden. Damit stürzt der bis dahin überzeugende Roman am Ende leider unverdient ab.
Es wäre vorteilhafter gewesen, die Autorin hätte sich auf die psychologische Schiene beschränkt, wo sie teilweise brilliert. Dann wäre es zwar kein Thriller gewesen, aber der Roman hätte seine Glaubwürdigkeit bis zum Ende hinüberretten können.
So ist es auch kein Thriller geworden und das Ende hinterlässt ein wenig den faden Nachgeschmack, hier würden Kindesmissbrauch und -mord instrumentalisiert, um einen Roman in ein auflagestärkeres Segment zu hieven.
Da gibt es bessere "Fieldings" ![]()
Obwohl eingefleischter Joy Fiedling-Fan, muss ich sagen: Es gibt bessere "Fiedlings".Zwar nett zu lesen, aber man ahnt früh die Lösung des Rätsels.Schade.
Super Buch ![]()
Habe das Buch in einem Zug gelesen, war sehr spannend!
Kann ich nur jedem weiter empfehlen der auf Krimis steht!
Eine neue Joy Fielding... ![]()
Joy Fielding wird nie wieder die alte werden. Das habe ich spätestens bei diesem Buch gemerkt. Sie hat sich wohl weiterentwickelt, ob zu ihrem besten, darüber lässt sich streiten. Aber dieser Roman war sehr gut und spannend geschrieben, hebt sich zwar kaum mehr von der Masse ab ... Und noch ein Aber... trotz ihrer "neuen Art zu schreiben" ist sie oft weit besser als viele andere Autoren desselben Genres. Zumindest gut genug, dass ich jeden ihrer Romane kaufe, lese, das Buch brav in mein Bücherregal stelle und mich auf ihren neuestes Werk freue!
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