Gebrauchsanweisung statt Philosophie ![]()
Schmid ist mit diesem Buch eine netter Einführungsband gelungen. Wer den Tiefgang von Kalendersprüchen oder die LifeStyle-Tipps von Zeitschriften wie Focus, Stern etc. schätz, wird bei diesem Buch auf seine Kosten kommen. Schmid gibt einfache anekdotische Denkanstösse. Vor allem bei den teleologischen und transzendentalen Bereichen nimmt Schmid aber einen zu vereinfachten rein funktionalen Ansatz nach dem Motto: Wir können alle Millionöre sein, wenn wir nur genug verdienen. Mit Philosophie als "Liebe zur Wahrheit" hat dies weniger zu tun als mit einer Gebrauchsanleitung für Instant-Sinn-Suchende.
Glück im Sinn? ![]()
Auf 80 Seiten hat Wilhelm Schmid in einem kleinen - bis auf den Titel - wenig spektakulären Insel-Büchlein mit Pappeinband das Wichtigste zum Thema Glück zusammengefasst und weitergedacht. Der Titel, das kleine Format und nur achtzig Seiten - das hört sich für mich sehr nach einer gezielten Produktentwicklung des Verlagsmarketings an, als eine Art "Geschenkidee für Gebildete" (oder die, die sich dafür halten) oder "Erbauungsliteratur für Postmoderne" - ist es das?
Glück ist ein Thema,das unsere Kultur schon immer durchzieht, noch nie aber so stark wie heute. Das muss Gründe haben und dem auf den Grund zu gehen, gibt auch einen Einblick in unsere Kultur.
Das Buch ist - wie alle Bücher von Wilhelm Schmid - sehr gut geschrieben und es hat einen überblickbaren Umfang, von der man meinen könnte, ihn in maximal zwei Stunden, quasi nebenbei, bewältigt zu haben. Gelesen ja, aber für das Nachdenken habe ich doch schon einige Zeit länger benötigt. Wilhelm Schmid hat das Thema Glück sehr gelungen strukturiert und reflektiert. Natürlich bieten achtzig Seiten nicht die Möglichkeit, dieses Thema erschöpfend zu diskutieren. Das hat allerdings auch den Vorteil, dass der Leser das Buch eben nicht "erschöpft" irgendwann beiseite legt, sondern selbst weiterdenken kann und auch soll.
Was mich jedoch am meisten für dieses Büchlein eingenommen hat, war die Argumentation des Autors, Glück auf Sinn zurück zu führen. Sinn war ja lange Zeit in der philosophischen Debatte quasi verboten oder zumindest doch sehr unschick. Wenn er in diesem Buch sogar den transzendenten Sinn (d.h. die metaphysische Dimension) diskutiert, dann ist das mutig und wahrscheinlich nur möglich, weil er kein angestellter oder beamteter Philosoph ist, sondern einer der wenigen freiberuflichen Denker, die im deutschsprachigen Raum noch nicht verhungert sind.
Er bezieht sich damit wieder auf eine Tradition der abendländischen Philosophie, die diesen Namen verdient und erweitert sein Projekt einer "Lebenskunst-Philosophie" um den aus meiner Sicht wesentlichen Teil einer Diskussion von Sinn in einer "un-heimlichen", entfremdeten Welt.
weltklasse für mich ![]()
selten ein so tolles buch gelesen - eine einfache "abhandlung" des lebens und des grundes warum der mensch nach glücksoptimierung sucht, ich kann für mich persönlich wirklich alles nachvollziehen und wünschte jeder erdbewohner würde es lesen. dann wäre das leben bedeutend entspannter.
Kurz und klug ![]()
Dies ist das kürzeste, aber klügste Buch, das der Verfasser dieser Zeilen bisher je zum Thema Glück gelesen hat. Jeder, der gerne schreibt, kann nur vor Neid darüber erblassen, wie prägnant und gut Wilhelm Schmid sein Werk verfasst hat.
Er analysiert zunächst die unterschiedlichen Formen des Glücks. Führt anschließend aus, warum nicht Glück das Wichtigste im Leben ist, sondern Sinn. Und beschreibt dann, worin man diesen Sinn finden kann.
Diesen Buch ist ein wunderbares Geschenk. Deshalb ist es fast ein wenig schade, dass es mittlerweile kein Geheimtipp mehr ist, denn so kann man leider nicht sicher sein, ob der Beschenkte es nicht doch schon im Bücherschrank stehen hat.

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