Denkanstösse von Alltagsdingen über Neurosen bis Persönlichkeitsstörungen aus freudianischer Sicht ![]()
Stavros Mentzos neurotische Konfliktverarbeitung stammt aus dem Jahr 1982 (Vorwort) und enthält Referenzen von der Zeit vor Freud bis etwa 1981. Es liest sich immer noch sehr frisch. Es ist auf einem sehr hohen Niveau und sehr dicht geschrieben.
Ich hatte mir einen Überblick erwartet: alles wird klarer und ordnet sich ein. Dies erreicht dieses Buch für die meisten Begriffe überhaupt nicht. Dafür bekommt man viele Anstöße zur Auseinandersetzung und zum Weiterdenken. Alle Begriffe werden stark differenziert und von Mentzos auch leicht anders definiert. Dies erfordert zum lesen viel Konzentration. Alles zu behalten überfordert das Gedächtnis - außer man ist bereit dieses Buch nicht nur zu lesen, sondern in aller Tiefe zu studieren. Die Zahl der Begriffe für Neurosen und Persönlichkeitsstörungen ist einfach zu groß, um sie in mehreren Differenzierungen über die gesamte Buchstrecke parat haben zu können.
Sehr klar sind die Angstneurosen und der Unterschied im Umgang mit Phobien zur Verhaltenstherapie dargestellt. Umgekehrt habe ich den Begriff Narzissmus in meiner Verwirrung nach der Lektüre dieses Buches im ICD10 noch mal nachgeschlagen.
Das Stichwortverzeichnis am Ende ist sehr ausführlich. D.h. man kann sich aus diesem Buch zu einem spezifischen Thema sehr gut Denkanregungen holen und damit es zu einem Nachschlagewerk für geistige Impulse machen.
Hervorragende Einfuehrung ![]()
Mentzos hat ein ebenso gelehrtes wie entspanntes und sachlich aufgeklaertes Verhaeltnis zur psychoanalytischen Tradition und ihrer Terminologie. Er verfuegt ueber die Gabe, mit wenigen Strichen psychoanalytische Theorie- und Begriffsgeschichte darzustellen, sie in Fragestellungen aktueller Forschung einzubetten, um schliesslich Korrekturen plausibel zu machen. Das Schoene: Man hat waehrenddessen nicht das Gefuehl, Theorie- und Begriffsgeschichte,"Forschungsstand"-Referate oder aehnliches zu lesen.
Es ist spannend mitzuvollziehen, wie sich die Psychoanalyse der letzten Jahrzehnte von starren ES, ICH, ÜBER-ICH-Deutungsstrukturen geloest hat, und der Blick fuer seelische Konflikte durch interessante (auch nicht-psychoanalytische) Forschungsbeitraege und -ergebnisse schaerfer und weitreichender geworden ist.
Diese Einfuehrung ist lebendig und verstaendlich, weil Stavros Mentzos, jahrelang Leiter der psychosomatischen Abteilung des Frankfurter Universitaetsklinikums, eines offenbar nicht aus den Augen verloren hat: Die Begegnungen mit seinen Patienten. Fuer sie hat er einen aufrichtigen, immer takt- und respektvollen, ermutigenden, mitunter auch tief bewundernden Blick. - Vor diesem Hintergrund werden Theoriepositionen der Psychoanalyse wieder kenntlich als Antworten auf brennende Fragen wie: Was passiert mit dem Menschen, der so offensichtlich seelisch leidet? Wie kann man das beschreiben? Was findet statt? Welcherart innere Konflikte sind es, in denen wir uns - mal besser mal schlechter mal unbemerkt - bewegen?
genau das richtige ![]()
Ich bin ein Laie in Sachen Pschologie und habe lange gesucht um eine Buch zu finden, dass anschauliche Erklärungen und Voraugenführungen anstatt starre Definitionen und hochgegriffene Begriffe liefert.
Auch wollte ich nicht dieses typische Cosmopolitan-Psycho-Test Geschwafel lesen.
Ich habe ein Buch gesucht das in die Psychologie einführt und dennoch verständlich ist.
Auf einen Tipp hin habe ich mir das Buch von Mentzos besorgt und angefangen zu lesen.
Ich kann sagen, dass es genau das richtige war.
Es wird eine sehr gute Einführung widergegeben, nicht ohne auch die dazugehörigen Begriffe zu gebrauchen, doch werden diese vor Verwendung vom Autor definiert.
Hinweise auf frühere Anschauen und Literatur von vorangegangen Wissenschaftlern werden gegeben, sodass man sich auch orientieren kann.
Freilich, es liest sich nicht so leicht wie ein Roman und man braucht dafür länger als für den Psycho-Artikel eines Magazines, doch es zahlt sich aus und ist nicht unschaffbar.
Es bringt die Basis einer ernsthaften Auseinandersetzung mit sich, das es manchmal nicht leicht ist, sollte man in Kauf nehmen für eine professionelle Ausführung.
Leser, die mit philosophischen Werken vertraut sind, werden mit diesem kein Problem haben.
Menschen die Fragen wie "Warum lässt er seine Socken im Wohnzimmer liegen" und "Warum braucht sie zum Schminken 1h" sollten vielleicht doch bei Cosmopolitan bleiben.
Somit 5 Sterne für Professionalität, Ausführung und Verständlichkeit.
Prima Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre ![]()
Das Taschenbuch war mir eine gute Hilfe für den Einstieg in das Verständnis der Neurosenlehre. Sehr guter Schreibstil und Gliederung, dabei nicht zu lange Texte in den einzelnen Abschnitten sind die Kennzeichen von Mentzos' Buch. Deshalb kann ich dieses Buch dem interessierten Nicht-Ganz Laien zum Studium bestens weiterempfehlen.
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