Wozu sind Emotionen gut? ![]()
Nach der Lektüre von "Sokratische Gesprächsführung" war ich ganz neugierig auf dieses Buch! Sehr eingängig fand ich vor allem die witzig-prägnante Darstellung kognitiver Verzerrungen und dysfunktionaler Schemata (schön illustriert mit didaktisch-einprägsamen Fallbeispielen) sowie die praxisrelevanten Möglichkeiten für den therapeutischen Umgang mit "Widerständen", wichtig auch die Herausstellung der Bedeutung von Emotionen und deren Bearbeitung in der Therapie. Genau bei diesem Thema finde ich allerdings die Bewertung von Gefühlen als "dysfunktionale" und "angemessenere" schwierig, da damit deren Funktion z.B. als Signal (wie geht es mir? was brauche ich jetzt und wie kann ich dafür sorgen, dass ich es bekomme?) unter den Tisch fällt. Es bleibt gedanklich eine merkwürdige Dichotomie "gutes versus schlechtes Gefühl", wobei letzterem durch "Austausch" durch eine hypothetisch erarbeite und als angemessen definierte Emotion beizukommen ist.
Dies erscheint mir als eine - oft sicherlich hilfreiche - Möglichkeit mit emotionalen Turbulenzen umzugehen - Stichwort Prüfungs- oder soziale Angst.
Im Fall z.B. von Trauer oder Wut - Gefühlen, die oft gar nicht wahrgenommen werden - fände ich diesen Ansatz eher schwierig - ich müßte mich fragen, welches Gefühl da "angemessener" sein sollte. (statt der Frage z.B. nach dem angemesseneren Verhalten.)
Aber trotzdem - ein sehr gut zu lesendes und aus o.g. Gründen auch empfehlenswertes Buch.
Weniger turbulente Gefühle heißt noch lange nicht unspannend ![]()
Der Autor beschreibt im Vorwort (S.IX) des Buches seine Intention wie folgt:
„Es dient als einführende Arbeitsgrundlage für die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung emotionaler Probleme in der Einzel- und Gruppentherapie. Der Leser lernt eine äußerst effektive Methode kennen, emotionale Probleme seiner Patienten gezielt anzugehen, strukturiert und zielgerichtet zu bearbeiten und abzubauen und er kann auch persönlich davon profitieren."
Damit richtet sich dieses Buch vordringlich an „Fachleute", die „in Therapie und Beratung tätig sind oder sich in Ausbildung zum Therapeuten/zur Therapeutin befinden." Besonders für letztere bietet die didaktische Struktur, mit den optisch sich sehr gut verankernden Heraushebungen der Kernaussagen und Definitionen, aber auch insbesondere durch den, an jedes Kapitel angehängte Fragenteil, optimale Lernmöglichkeiten. Damit folgt der Autor dem Duktus der modernen Verhaltenstherapie - Hilfestellung zur Selbsthilfe zu geben.
Das sehr praxisnah gehaltene Buch gibt im Einführungskapitel einen sehr kompakten, profunden Abriß der Entwicklung der Kognitiven Verhaltenstherapie und derer wesentlicher Merkmale. Leitet dann mit dem letzten Unterkapitel der Einführung der „Kognitiven Umstrukturierung in fünf Phasen" zum Herzstück der Kognitiven Verhaltenstherapie über.
Im zweiten Kapitel widmet sich der Autor der „Vermittlung des Kognitiven Modells zur Emotionsentstehung". In den darauffolgenden zwei Kapiteln (dem Schwerpunkt des Buches) geht es um die Identifikation und Veränderung identifizierter dysfunktionaler Konzepte.
Besonders in der Herausarbeitung, welche dysfunktionalen Denkmuster es überhaupt gibt, zeigt sich die immense didaktische Stärke des Autors. Durch die sehr kreativen Namensgebungen der verschiedenen dysfunktionalen Schemata kann sich der auch noch so gedächtnisgeplagte Leser eine (m)nemotechnische (findet ihn!!!!) Verankerungsmöglichkeit schaffen.
Die letzten beiden Kapitel drehen sich um den Aufbau und das Training neuer, funktionaler Konzepte und legen dem Leser/der Leserin die Übungsnotwendigkeit sehr ans Herz.
Im Anhang befinden sich laminierte Arbeitsblätter zum Herausnehmen. Dies unterstreicht auf das Vortrefflichste die Intention des Autors dem Therapeuten/der Therapeutin etwas an die Hand zu geben, was pragmatisch, zielführend hilft, eine Analyse der Problematik eines jedweden Klienten, Klientin vorzunehmen. Aber auch im Rahmen erweiterter Selbsterkenntnis eine „Selbstanalyse von Emotionen" durchzuführen (welche sich als „Hausaufgabe" auch für den Klienten/die Klientin im Therapieprozeß mehrfach anbietet).
Meiner Meinung nach gehört diese Buch zu den Besten seiner Art. Es gibt dem Leser/der Leserin auf 284 Seiten eine äußerst profunde, vom Stil sehr kurzweilig gehaltene Einführung in die Kognitive Verhaltenstherapie und wird seinem Untertitel damit gerecht - kommt dabei trotzdem nicht oberflächlich daher.
Die Leser, welche allerdings mehr ein „Selbsthilfebuch" suchen, was sich auch für die Bibliotherapie von Klienten eignet, sei das 2001 in der 1.Auflage, ebenfalls bei Beltz erschienene Buch „Im Gefühlsdschungel- Emotionale Krisen verstehen und bewältigen" desselben Autoren empfohlen, da dieses noch weitaus stärker den Selbsthilfe und Selbsttherapieaspekt in den Vordergrund stellt.
Ein tolles Buch ![]()
ein Pflichtbuch für alle, denen klare Botschaften am
Herzen liegen, nicht nur im therapeutischen Bereich, sondern universal als Anleitung zur Verbesserung der eigenen Kommunikationsfähigkeiten zu empfehlen
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Herzen liegen, nicht nur im therapeutischen Bereich, sondern universal als Anleitung zur Verbesserung der eigenen Kommunikationsfähigkeiten zu empfehlen
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