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Letzte Reise

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Letzte Reise by Anna Enquist Preisempf.: EUR 21,95
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Customer Reviews:
Ein historisches Zeitdokument aus anderer Perspektive
Wer Sachbücher oder Romane über Entdeckungsreisen liebt, kommt an diesem Werk wohl kaum vorbei.

Schon das Tagebuch von James Cook ist eine hoch interessante Lektüre. Doch in diesem Werk lernen wir Hintergründe und Hintergründiges kennen.

Anna Enquist ist es gelungen, dem Leser bzw. Hörer das Leben von James Cook und dessen Ehefrau Elisabeth Batts von einer Seite zu schildern, die in den offiziellen Büchern und Biographien nicht zu finden ist.

Das Schicksal von Frau und Kindern steht für James Cook stets hintan. Ihn zieht es hinaus aufs Meer. Cook ist der Entdecker vieler pazifischer Inseln, von denen eine noch heute seinen Namen trägt.

Das Bild der "wilden" Ureinwohner erfährt durch Anna Enquist ein neues Verständnis. Cook selber versteht sich nach ihren Recherchen weniger als Kolonisator. Ihn interessiert die fremde Welt. Er versucht die Mythen zu verstehen.

Das Elend ist am Ende groß. Für die vermeintlichen "Wilden", für James Cook und seine Mannschaft, besonders aber für seine eigene Familie. Von sechs Kindern überlebt keines.

Durch das duale Erzählsystem, bei denen abwechselnde Passagen die Erlebnisse James Cooks und seiner Frau wiedergeben, taucht der Leser in zwei unterschiedliche Welten ein: Hier der männliche Entdeckungsreisende, dort die einfühlsame Frau. Anna Enquist wertet dabei nicht. Die Passagen über James Cooks Reisen sind ebenso interessant wie die über seine auf ihn wartende Frau ergreifend sind.

Das Hörbuch wird von Barbara Rudnik kongenial vorgelesen.

Fazit: Ein Muss für nicht nur für Kopfabenteurer.

enttäuschend
Schade, die Buchempfehlung von Elke Heidenreich konnte mich nicht überzeugen. Vielleicht lags ja daran, dass ich mich vorab schon über das Leben von James Cook und seine Reisen informiert hatte. Danach war die Luft eigentlich schon raus.
So hab ich im Roman nicht mehr viel Neues entdecken können. Auch ist mir nicht, wie versprochen in Elizabeth Cook eine starke Frau begegnet, die für ihre Zeit ganz ungewöhnlich selbstbestimmt im Leben steht, sondern eher eine Frau, die sich mehr oder weniger antriebslos ihrem Schicksal ergibt.
Wer aber trotzdem neugierig auf diesen Stoff ist, sollte sich besser vorher nicht über Cook belesen, dann ist vielleicht doch noch der erhoffte Lesegewinn drin.

Entfremdung und Wiederannäherung zwischen Haus und Schiff
Über zehn Jahre lang hat Anna Enquist (niederländische Konzertpianistin und praktizierende Psychotherapeutin) alle bereits bekannten Daten, Fakten und Veröffentlichungen über James Cook, den berühmten englischen Entdecker und Seefahrer, zusammengetragen und daraus schließlich einen Roman gemacht?
Was hat sie dazu bewegt? War es vielleicht die Faszination von seiner Forschungsbesessenheit, die 1779 mit seiner rätselhaften Ermordung auf Hawaii endete? War es die Ausnahme-Karriere eines Mannes, der es vom Bauernsohn bis zum Admiral der englischen Flotte und damit in die gesellschaftliche Elite des Landes geschafft hat? Oder war es vielleicht ihr Wissen darum, dass hinter großen Männern zumeist starke Frauen stehen, die in der Geschichtsschreibung eher übergangen werden?

Cooks Frau Elizabeth ist die Protagonistin des Romans. Für die Autorin ist gerade die weibliche Perspektive interessant. Wie lebt es sich an der Seite eines Mannes, der sein halbes Leben auf See verbringt, der vom König hoch geschätzt und von den Menschen seiner Umgebung rückhaltlos bewundert wird?

Diese Fragen versucht Anna Enquist in dem äußerst informativen, spannenden und großartig von Hanni Ehlers übersetzen Roman zu beantworten. Sie schildert - natürlich nur fiktional - das Lebensgefühl einer Frau, die vor über 200 Jahren gelebt und ihren Mann um 56 Jahre überlebt hat, hält sich jedoch trotzdem unglaublich genau an bekannte Wahrheiten aus dem Leben des großen James Cook.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert.
Teil Eins und Zwei umfassen einen Zeitraum von Anfang April 1775 (der Ankunft James Cooks nach seiner zweiten Seereise) bis zum Mai 1776 (der Abreise zu seiner dritten Entdeckungsreise). Der dritte Teil setzt am 10. Januar 1780 - mit der Überbringung der Nachricht vom bereits mehrere Monate zurückliegenden Tode James Cooks - ein und endet kurz vor ihrem Tod im Jahre 1835.

Mit ungewöhnlich sensiblem Einfühlungsvermögen versetzt sich die Autorin in die Gefühls- und Wahrnehmungswelt von Elizabeth Cook, in deren Sorgen und Freuden, kleinen Schwärmereien und familiären Nöten. Ihr gelingt es, vor allem Elizabeths schwierige Aufgabe - eine vertrauensvolle Ehe über Phasen langjähriger Trennungen hinwegzuretten - authentisch nachzuzeichnen, dieses zarte Wechselspiel aus Nähe und Fremdheit ("Sie bewegten sich in getrennten Welten, mochten sie sich auch noch so sehr anstrengen, einander zu erreichen. Sie verfolgten, was der andere tat, hielten von Zeit zu Zeit inne, um einander anzusehen und aufeinander zuzugehen, stießen aber auf einen unsichtbaren Zaun").
Es entsteht dabei das Bild einer klugen und starken Frau, die tragische Schicksalsschläge, das Sterben all ihrer Kinder und den Tod ihres Mannes alleine bewältigen musste und sich darüber doch nicht verlor.

"Letzte Reise" ist ein wunderbares und beeindruckendes (Hör-)Buch, das sich vielschichtig einordnen lässt, zum einen kann es als historischer Roman über das vorviktorianische England gelesen werden, zum anderen ist es eine fein gezeichnete Charakterstudie einer Ehe. Wer darin eine Abenteuergeschichte sucht, kommt ebenso auf seine Kosten. Und natürlich spielt die Liebe eine Rolle.
Kurz, es ist für jeden etwas dabei.

Dabei gelingt es der Sprecherin Barbara Rudnik großartig, eine starke, kluge und selbstbewusste Elizabeth Cook zu inszenieren. Aber auch ihre innere Zerrissenheit vermag sie einfühlsam wiederzugeben. Mittels ihrer warmen, voluminösen Stimme versetzt sie den Hörer in die Zeit der großen Entdeckungen, ins England des 18. Jahrhunderts. Sie vermag eine liebevolle Mutter genauso souverän darzustellen, wie eine von Selbstzweifeln geplagte
(Ehe-)Frau.

Die Kürzungen für die Hörbuchausgabe sind sensibel vollzogen. Der Gesamtinhalt des Buches ist immer noch klar umrissen, obwohl gerade die kleinen, aber manchmal umso wertvolleren Passagen dieses dichten Romanes dem Cut zum Opfer gefallen sind.

Jedoch ist es immer noch - um einen Satz von Anna Enquist zu adaptieren - "ein Roman, in den man einsteigt wie in ein Boot."

Entfremdung und Wiederannäherung zwischen "Haus und Schiff"
Über zehn Jahre lang hat Anna Enquist (niederländische Konzertpianistin und praktizierende Psychotherapeutin) alle bereits bekannten Daten, Fakten und Veröffentlichungen über James Cook, den berühmten englischen Entdecker und Seefahrer, zusammengetragen und daraus schließlich einen Roman gemacht?
Was hat sie dazu bewegt? War es vielleicht die Faszination von seiner Forschungsbesessenheit, die 1779 mit seiner rätselhaften Ermordung auf Hawaii endete? War es die Ausnahme-Karriere eines Mannes, der es vom Bauernsohn bis zum Admiral der englischen Flotte und damit in die gesellschaftliche Elite des Landes geschafft hat? Oder war es vielleicht ihr Wissen darum, dass hinter großen Männern zumeist eine starke Frau steht, die in der Geschichtsschreibung eher übergangen werden?

Cooks Frau Elizabeth ist die Protagonistin des Romans. Für die Autorin ist gerade die weibliche Perspektive interessant. Wie lebt es sich an der Seite eines Mannes, der sein halbes Leben auf See verbringt, der vom König hoch geschätzt und von den Menschen seiner Umgebung rückhaltlos bewundert wird?
Diese Fragen versucht Anna Enquist in diesem äußerst informativen und spannenden Roman zu beantworten. Sie schildert - natürlich nur fiktional - das Lebensgefühl einer Frau, die vor über 200 Jahren gelebt und ihren Mann um 56 Jahre überlebt hat, hält sich jedoch trotzdem unglaublich genau an bekannte Wahrheiten aus dem Leben des großen James Cook.

Das Buch ist in drei Teile mit jeweils 4 Kapiteln gegliedert.
Teil Eins und Zwei umfassen einen Zeitraum (jeweils im Zweimonats-Rhythmus erzählt) von Anfang April 1775 (der Ankunft James Cooks nach seiner zweiten Seereise) bis zum Mai 1776 (der Abreise zu seiner dritten Entdeckungsreise). Der dritte Teil - in wesentlich größere Zeiteinheiten gegliedert - setzt am 10. Januar 1780 - mit der Überbringung der Nachricht vom bereits mehrere Monate zurückliegenden Tode James Cooks - ein und endet kurz vor ihrem Tod im Jahre 1835.

Mit ungewöhnlich sensiblem Einfühlungsvermögen versetzt sich die Autorin in die Gefühls- und Wahrnehmungswelt von Elizabeth Cook, in deren Sorgen und Freuden, kleinen Schwärmereien und familiären Nöte. Ihr gelingt es vor allem, Elizabeths schwierige Aufgabe - eine vertrauensvolle Ehe über Phasen langjähriger Trennungen hinwegzuretten - authentisch nachzuzeichnen, dieses zarte Wechselspiel aus Nähe und Fremdheit. Es entsteht dabei das Bild einer klugen und starken Frau, die tragische Schicksalsschläge, das Sterben all ihrer Kinder und den Tod ihres Mannes alleine bewältigen musste und sich darüber doch nicht verlor.

Fazit:
"Letzte Reise" ist ein wunderbares Buch, das sich nur schwer einordnen lässt, zum einen kann es als historischer Roman über das vorviktorianische England gelesen werden, zum anderen ist es eine fein gezeichnete Charakterstudie einer Ehe. Wer darin eine Abenteuergeschichte sucht, kommt ebenso auf seine Kosten. Und natürlich spielt die Liebe eine Rolle.
Kurz, es ist für jeden etwas dabei.

Wenn man im Vorfeld - so wie ich - auch die Reiseberichte des James Cook gelesen hat, dann ist dieses Buch eine großartige Ergänzung.

Ein anderer Blick auf den großen Cptn. Cook
Was wäre wenn? Was wäre, wenn Magellan an Cebu vorbeigefahren wäre? Dann wäre er wahrscheinlich lebend von seiner ersten Weltumseglung heimgekehrt. Was wäre wenn Cptn. Cook sich nach seiner zweiten Weltreise zur Ruhe gesetzt hätte um sich daheim an seiner wohlverdienten Pension zu laben? Dann wäre er nicht von Hawaianern auf seiner dritten Reise erschlagen und gefressen worden. Aber dann hätten wir auch nicht das vorliegende Buch, das sich mit der letzten Reise" des großen Entdeckers beschäftigt. Und das wäre auch schade. Denn Anna Enquist wirft in ihrem Buch Letzte Reise" einen faszinierend verfremdeten Blick auf das Leben und die Gestalt des größten Seefahrers seiner Zeit, der den Helden insgesamt nicht weniger heidisch aber doch ein wenig menschlicher werden lasst. Die Handlung beginnt mit Cooks Rückkehr von seiner zweiten epochalen Pazifikfahrt mit Bergen neuer Karten, Pflanzen und Informationen, als sich James Cook im Zenit seines Ruhmes befindet, vom König empfangen, triumphal in die Royal Akademy gewählt und mit einer lebenslangen Pension versehen wird. Doch der Cptn. ist nicht glücklich. Eine neue Reise ist in der Planung, die die Nordwestpassage finden und damit das letzte Rätsel der Weltmeere lösen soll. Wer wäre dafür besser geeignet als der große James, der sich in seinem Vorruhestand ohnehin langweilt? So brauchen ihn seine Vorgesetzten nicht lange zu bitten, und ehe es sich die Ehefrau versieht, ist der Ehegatte im Jahre 1776 mit der Resoluten und der Discovery wieder unterwegs in den Osten.
Zu diesem Zeitpunkt hat der Leser etwa das halbe Buch gelesen und mit den Augen der Ehefrau Elisabeth, über diverse Gespräche, Rückblicke und Begegnungen ein lebendiges Bild der geschichtlichen Szene erhalten. Da ist der geniale Joseph Banks, Cooks Begleiter auf seiner ersten Reise, dann Hugh Pallister, der Schiffsausrüster, dessen Schlamperei Cooks Tod auf Hawaii mit verursachen sollte, da ist Lord Sandwich, der 1. Seelord der Admiralität und da sind Cooks Offiziere King, Clerke und Gore. Auch die Umrisse des sagenhaften Othahiti werden sichtbar, die lockere Sexualmoral, die Kultur, die Ernährung, das Klima, all die scheinbaren Wunder, die die Menschen des puritanischen 18. Jahrhunderts verhexten.
Cptn Cooks letzte Reise" steht jedoch von Anfang an unter einem schlechten Stern. Die Schiffe sind miserabel ausgerüstet, der Co-Kommandant Clerke leidet an einer tödlichen Tuberkulose, doch auch Cook selbst in nicht mehr der Alte, er kränkelt, unterliegt Fehleinschätzungen und Wutanfällen. Immerhin gelingt Cook mit der Landung auf den Hawaii Inseln noch eine große Entdeckung, die erfolgreiche Durchquerung der Nordwestpassage aber bleibt ihm beim ersten Versuch versagt. Im Vorfeld des zweiten Versuches wird er auf der Hauptinsel Hawaii von den Eingeborenen erschlagen. Soweit die schrecklichen Nachrichten, die Stück für Stück, zuerst postalisch über Russland, dann persönlich über die heimgekehrten Offiziere nach England kommen.
Cook ist tot und ein unglaublicher Heldenkult setzt ein, hinter dem die genauen Umstände seines Todes immer mehr verblassen. Doch Elisabeth Cook will es genau wissen, spricht mit Offizieren, Matrosen liest Briefe des Co-Komandanten Clerke und erhält ganz am Ende auch noch einen Brief, den Cook noch am Morgen seines Todes an seine Frau geschrieben haben soll. Wie sich dabei das Bild unmerklich immer mehr verschiebt, gehört zu den Stärken des Buches. Am Ende ist klar, dass es nicht in erster Linie die Hinterlist der Eingeborenen sondern Cooks Härte und Unbesonnenheit gewesen sind, die zur Katastrophe auf Hawaii führte. Aber das ist nur der eine Teil der Handlung. Ein andere, noch viel traurigere Geschichte handelt von den Kindern des Ehepaares Cooks, die in einer bedrückenden Regelmäßigkeit auf die Welt kommen und viel zu früh ihre letzte Reise antreten. Der kleine Joseph stirbt noch im Kindbett während Cooks erster Reise, die Tochter Elly stirbt während der zweiten Reise. Unmittelbar nach der dritten Reise, von der Cook nicht heimkehrt, ertrinkt der Sohn Nat, wenige Jahre darauf sterben auch der älteste Sohn James bei einem Schiffbruch, ehe kurz danach sein letzter und jüngster Bruder Hugh einer fiebrigen Grippe erliegt. Nur Elisabeth Cook lässt sich mit ihrer letzten Reise reichlich Zeit und stirbt steinalt erst im Jahre 1835. Ein gelungenes Buch? Durchaus, weil es das so oft beschriebene Leben des großen Entdeckers aus einer neuen Perspektive und in lückenloser Angleichung an die Fakten beschreibt ( Nur die letzten Briefe von Clerke und Cook sind Fiktion ). Sein einziger Nachteil, es ist vielleicht ein wenig überlang, fast wie das Leben der Protagonistin selber.


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