Sekundärliteratur Search Sekundärliteratur SekundärliteraturDie kollektiven Neurosen im Management, m. DVD: Viktor Frankl - Wege aus der Sinnkrise in der Chefetage
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Customer Reviews:Plädoyer für mehr Sinn im Berufsleben 
Manager mit Burnout und Mitarbeiter, die innerlich gekündigt haben - kein Horrorszenario, sondern Alltag in den Unternehmen. Nach Viktor E. Frankl, dem Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, fehlt es ihnen an etwas Grundsätzlichem: dem Lebenssinn. Mit einem „sinnorientierten Motivationskonzept“ versuchte Frankl, der zunehmenden Antriebslosigkeit beizukommen. Der Arbeitspsychologe Helmut Graf nimmt Frankls Werk als Basis für sein Buch und zeigt, in steter Anlehnung an sein verstorbenes Vorbild, woran man Sinnkrisen erkennt, was man dagegen tun kann, warum Verantwortungsbewusstsein und Entscheidungsfreiheit so wichtig sind und weshalb Selbstverwirklichung meist nur Nabelschau ist, die man zugunsten einer echten Selbstfindung besser sein lässt. Wir empfehlen das angenehm locker und praxisnah geschriebene Buch allen Führungskräften, die die wahre Erfüllung im Arbeitsalltag vermissen und ihrem Leben mehr Sinn geben wollen.
Ein sehr besonderes Buch zu einem Dauerthema 
Dieses Buch gehört zu den selten Fällen, in denen ich es weder dem Verlag, noch dem Autor verüble, schnelle Betrachter des Buchumschlags leicht in die Irre zu führen. Viktor E. Frankl ist nicht der Verfasser, auch wenn sein Name drei Mal so gross auf dem Titel prangt wie der von Helmut Graf. Und Viktor E. Frankl hat sich auch nicht so dezidiert zu Managementfragen geäussert, wie wir aufgrund des Einbands vermuten könnten. Ausserdem starb der Begründer der Logotherapie am 2. September 1997. Weil Frankl auch für mich wichtig war, als ich nach der Geburt meiner behinderten Tochter in eine Sinnkrise geriet, näherte ich mich diesem Buch skeptisch. Noch ein Managementbuch? Noch ein Autor, der sich mit fremden Federn schmücken will? Noch eine Rezeptsammlung, die nur dem Koch etwas bringt? Nein, dieses Buch ist aus verschiedenen Gründen eine Ausnahme.
Der Autor, Helmut Graf, Arbeitspsychologe und Psychotherapeut, ist seit 1995 geschäftsführender Gesellschafter der Firma logo consult Unternehmensberatung. Das allein würde ihn noch nicht autorisieren, das geistige Erbe von Viktor E. Frankl weiterzuverbreiten. Was ihm dazu das Recht gibt, ist sein Zugang zu den Denk- und Wertemodellen von Frankl. Denn er versteht sich als Übersetzer, der Wertvolles erhalten will. Und sowohl Form als auch Inhalt deuten darauf hin, dass er sich seiner Verantwortung bewusst ist. Seine Widmung an Viktor Frankl wirkt den auch glaubhaft. Aus Respekt. Aus Dankbarkeit.
Geordnet hat der Autor Frankls Gedankengut in neun grosse Kapitel, deren Aufzählung auch den Inhalt sehr präzis zusammenfasst. Sie lauten: 1. Viktor E. Frankl – Autorität durch Authentizität. Er spricht nicht nur von Sinn, sondern auch von Verantwortung. 2. Rehumanisierung der Arbeitswelt: Eine Provokation. Ohne Paradigmawechsel geht es nicht. 3. Wie Sinnkrisen die Führungsetagen erschüttern – und wie man sie vermeiden kann. Oder: Und sie schauen zu und sägen weiter an den Ästen, auf denen sie sitzen (Brecht). 4. Von der Pathologie der Zeit – und wie man sie überwindet. 5. Patient Wirtschaft: Die kollektiven Neurosen im Management. Und: Warum kollektive Neurosen demotivieren. 6. Wie der Stress Marke Eigenbau ein Sinn- und Wertevakuum im Management verschärft. 7. Die Managementalternative: Von der Selbstverwirklichung zur Selbstfindung. 8. Management neu: Bevor jemand andere führt, muss er lernen, sich zu verantworten. 9. Die sinnorientierte Managementgrundhaltung: Die Umsetzung in der Praxis.
Die Kapitelüberschriften wecken die Vermutung, auf den 286 Seiten gehe es um die Huldigung idealistischer Denkmodelle. Doch so verkürzt lässt sich das nicht sagen. Klar hat Sinn eine starke Komponente künftiger Zustände. Aber sowohl Frankl wie auch der Autor verlieren nie die Bodenhaftung. Die Wege aus der Sinnkrise, die im Buch beschrieben werden, sind begehbar, auch wenn sie vielleicht steinig sind. Aber vor allem werden sie so attraktiv beschrieben, dass die Lektüre dazu ermuntert, den einen oder anderen Schritt zu wagen. Und sei es auch nur, sich wieder einmal Rechenschaft darüber zu geben, wo man selber steht.
Mein Fazit: Ein besonderes Buch, das ich gerne weiterempfehle. Weil es ein wichtiges Erbe vertritt, mit Respekt und Liebe geschrieben wurde und Wesentliches des Menschseins in eine attraktive Form giesst. Ausserdem liegt dem Buch eine DVD bei, die Viktor E. Frankl wenigsten in Bild und Wort wieder lebendig werden lässt.
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