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More Details: Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten @Amazon Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten @aStore |
Großartig ![]()
Eine Pflichtlektüre! Wer die Möglichkeit hat, sollte sich überlegen das Audiobook anzuschaffen. Ich kenne zwar nur eine -dummerweise- gekürzte Version, die aber vom Autor selbst gelesen wurde. Die Sprechweise und der Tonfall des Autors beleben die Geschichten enorm.
Köstliche Anekdoten aus einer untergegagenen Welt ![]()
Eine Sammlung köstlicher Anekdoten aus der Welt der Literaten, Journalisten und Künstler, vor allem jener des jüdischen Bürgertums des Städtedreiecks Wien, Prag und Budapest. Die Geschichten spielen in den 20-iger und 30-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Torberg erzählt hier von Zeitgenossen der Zwischenkriegszeit, die mit viel Geist, Humor und Sprachwitz das kulturelle Leben prägten. Der Bogen spannt sich von Anekdoten aus der Redaktion des „Prager Tagblatts“ über treffliche Aussprüche des Wiener Advokaten Dr. Hugo Sperber im Gerichtssaal bis hin zu den illustren Kartenrunden der bekannten Cafés dieser Städte. Auch von Alfred Polgar, Anton Kuh, Leo Perutz, Egon Erwin Kisch und Franz Molnár erzählt das Buch. Aber vor allem von vielen anderen, namhaften und namenlosen Stadtoriginalen und Käuzen, die den Zeitgeist mit ihren „Sagern“ prägten. Die Lebensweisheiten der "Tante Jolesch" sind nur ein Teil davon.
Torberg schildert eine mit dem zweiten Weltkrieg untergegangene Welt und nennt das Buch im Vorwort deshalb ein „Buch der Wehmut“. Freilich, Torberg hat es großartig verstanden, diese Welt wieder auferstehen zu lassen.
Herrgott, schau oba..... ![]()
...heisst soviel wie "Lieber Gott, sieh doch herunter zu uns" und ist als Phrase tief im Wienerischen verwurzelt. Dieses "Herrgott, schau oba" kommt mir jedes Mal über die Lippen, wenn ich zu meinem (zugegeben schon sehr abgegriffenen) Exemplar der "Tante Jolesch" greife.
Mit Wehmut, Ergriffenheit und weinend-lächelndem Auge fessle ich mich immer wieder an diese Buch, das in jeden Wiener Haushalt gehört wie das Amen im Gebet. "Ein jeder nebbicher Mensch braucht a so a Büchl im Regal" hätte die selige Tante Jolesch wohl gesagt. Und sie hätte recht gehabt.
Der große Friedrich Torberg hat sich mit diesem Buch ein Wahrzeichen gesetzt, das so schnell nicht in Vergessenheit geraten wird. In Anekdoten und Sammlungen aus Begegnungen mit Originalen aus längst vergangenen und beinahe schon vergessenen Tagen versucht Torberg, uns das Denken, Handeln, Leben, Miteinanderleben und Überleben einer Epoche näherzubringen, deren Erben wir nur mehr sein können.
Die wirklichen Originale dieser Zeit sind längst nicht mehr unter uns. Die Glücklicheren unter Ihnen haben vielleicht das Ende der Monarchie erlebt, die weniger Glücklichen mussten die Jahre der Zwischenkriegszeit erdulden, und die Unglücklichen durften das Ende der Kriege nicht mehr erleben.
Doch gleichgültig, ob man in Böhmen, Mähren, Österreich, Ungarn oder in der Emigration lebte- man dachte immer an "sein" Wien zurück. Und auch in der schwersten Zeit bewahrte man seinen Humor, den "Schmäh", wie wir Wiener es nennen. Vermischt mit der Lebenseinstellung der vielen Länder der Monarchie entstand ein Schmelztiegel von Geschichten und Anekdoten, die es ihresgleichen nimmer gibt.....
gemütlich wie ein kaffee im hawelka ![]()
Die Tante Jolesch - ein Synonym für's alte Wien. Ebenso die Anekdoten, mit denen Friedrich Thorberg den Leser in eine Zeit entführt, die es nicht mehr gibt.
Beim Lesen der ersten Seiten war ich etwas enttäuscht, da die einzelnen Anekdoten meist aprupt und ohne Vorankündigung enden. Ich erwartete längere Geschichten á la Kishon.
Sobald man jedoch den Stil dieser kurzen Geschichten begriffen hat liest es sich dahin wie in einem Panoptikum aus alter Zeit.
Herrlich wie Thorberg einzelne Charaktere beschreibt, Situationen ausgräbt und wiedergibt, die manch einer nicht einmal erwähnenswert halten würde.
Aber gerade darin liegt der Reiz seiner Erzählungen: am banalen, am einfachen, am nebensächlichen. Es "menschelt" eben wie es sich für Wien gehört.
Ich weiß nicht, ob das Buch für Nicht-Wiener ebenso amüsant und interessant ist wie für Wiener. Oder andersrum ausgedrückt: ein Muss für alle Wiener mit Sinn für Humor und Kenntnis des Wiener Typus...

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