Kinder- & Jugendpsychotherapie Search Kinder- & Jugendpsychotherapie Kinder- & JugendpsychotherapieEine andere Art, die Welt zu sehen: Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
Schmidt-Römhild Search Schmidt-Römhild by Thom Hartmann Search Thom Hartmann
Customer Reviews:ADHS keine Krankheit! 
Hartmann beschreibt die ADHS als Syndrom - nicht Krankheit - als notwendig, damit die arbeitsteilige Gesellschaft von Jägern und Sammlern auf der einen Seite und Farmern auf der anderen Seite überhaupt funktionieren kann. Der Jäger (ADHSler) benötigt seiner Meinung nach ganz andere Skills, als ein Farmer, bei dem eher die Beständigkeit seines Handelns im Vordergund steht. Der Jäger würde sich bei der Arbeit des Farmers zu Tode langweilen, während umgekehrt der Farmer bei der Jagd umkommen würde, weil es ihm an der Fähigkeit zur Hyperfokussierung, der Kreativität und des Multitasking fehle.
Dem gemäß wertet Hartmann nicht, keiner von beiden Typen ist dem anderen überlegen.
Das Dilemma ist nur, dass wir hier in einer "Farmerwelt" leben, die halt auch die Notwendigkeit beinhaltet, stumpfsinnige Arbeiten zu erledigen, wie Steuererklärungen oder Schularbeiten. - Dafür ist der Jäger nicht im mindesten konstruiert, er braucht die Jagd, oder auf unsere Zeit übersetzt, eine intellektuelle oder kreative Herausforderung, die ihn in den Bann schlägt, damit er sich überhaupt konzentrieren kann.
Er beschreibt es als Gleichmacherei, wenn versucht wird mittels Stimunlanzien aus einem Jäger einen "Alternativ-Farmer" zu machen, aber er verteufelt es auch nicht, weil nicht jeder in der "Farmerwelt" in der Lage ist, sich ein Umfeld zu schaffen, das seinen Eigenschaften entspricht, um nicht andersartig zu erscheinen.
Und dies ist zugleich sein zweiter Ansatzpunkt: Anhand des Beispiels eines ADHS-Schriftstellers beschreibt er die Möglichkeit, Methyphenidat gezielt und zweckentsprechend einzusetzen: Beim Abfasssen des Werkes nimmt der Autor nichts ein und das langweilige Redigieren erfolgt dann unter dem Einfluss von Stimulanzien.
Füt mich besonders wichtig war, dass es Hartmann gelungen ist, den ADHSler von seinem Stigma befreit zu haben, krank oder dissozial zu sein, denn in diesem Zusammenhang hat er (der ADHSler) bereits dermassen viele Verletzungen zugefügt bekommen, die vielleicht mit einer Veränderung des Blickwinkels abheilen können.
Dass an diesen These wirklich etwas dran ist, sehe ich an unserem Hund, einem extrem agilen (hyperaktiven) Jagdhund. Der ist schlicht anders, als ein seit Generationen für die Couch gezüchtetes Exemplar. Wenn der intellektuell schwierige Aufgaben gestellt bekommt, oder auf die Jagd geht, ist er völlig in seinem Element, blitzschnell in seinen Entscheidungen und Handlungen, extrem kreativ bei der Umsetzung, er ist dann regelrecht brillant.
Wenn er dagegen unterfordert wird, z.B. durch langweilige Befehle, wird er nörgelig und macht im Zweifel gar nichts, jedenfalls nicht das, was ich will. Etliche Tiertrainer sind an dem schon verzweifelt, weil er nur dann gehorcht, wenn er es will. Ich gehe jede Wette ein, dass auch dieser Hund unter der Gabe einer Stimulanz völlig handzahm aber lahm wäre, aber gerade damit würde ich eine Eigenschaft bei ihm unterdrücken, die ich so an ihm schätze.
Vom Kranken zum Hunter 
Es gab in meinem Leben wenige Dinge, die mir so grundlegend geholfen haben wie dieses Buch. Über 35 Jahre lebte ich latent mit dem Gefühl, das mit mir was ganz und gar nicht in Ordnung sei. Ich "passte" einfach nicht in das gewünschte Schema (welches ein Farmer-Schema war und ist). Heute WEISS ich, dass ich nicht passen brauche!
Thom Hartman's Buch verdanke ich nicht weniger als den Einstieg in die Gesundung meiner Seele. Natürlich reichte sein Buch alleine nicht dafür, aber meine HALTUNG zu mir selber hat er vollständig verändert - und damit den Weg frei gemacht für die Neugier, mehr über meine ADD zu lernen und mich mit meinem Wesen zu versöhnen.
In meinem Verwandten- und Bekanntenkreis sehe ich heute noch viele erwachsene Hunter, die ihre Hunterkinder zu Farmern umerziehen wollen, zum Teil mit unbarmherziger Härte. Diesen Teufelskreis zu unterbrechen ist mir inzwischen eine Herzensangelegenheit - und Thom Hartmans Buch das liebste Werkzeug dazu.
Also 5 Sterne - weil er wirklich nützlich ist!
Ein Muss für jeden ADHSler und Partner/Elternteil! 
Danke Herr Hartmann. Endlich jemand der ADHS im Kern versteht. Hier wird sehr gut aufgezeigt wie Menschen mit ADHS funktionieren. Es ist ein gelungener Guide zum besseren Selbstverständnis für Betroffene. Dieses Buch macht MUT den Menschen mit ADHS als jemanden zu sehen, der einfach anders ist, aber ebenso liebenswert. Hat der "Normalo" verstanden, wie ein ADHSler denkt, ist der Ausweg aus dem täglichen Kleinkrieg endlich gefunden. Lesen lohnt sich also absolut! Auch für Menschen, die sich nur rein fachlich mit dem Thema beschäftigen (müssen).
Geschrieben, um ein Bestseller zu werden 
Obwohl manch hilfreiche Erklärung und einige nützliche Tipps für Menschen mit ADS gegeben werden, war ich insgesamt von dem Buch enttäuscht. Der effektive Informationsgehalt des 168 Seiten umfassenden Werkes ließe sich in einer kleinen Broschüre unterbringen.
Der reißerisch-amerikanische Stil, in dem der laut Umschlagtext "multitalentierte" Autor die Thematik aufbereitet, hat mich sehr gestört: Viel gut klingendes Bla-Bla, wenig harte Fakten. Dass sogar der Übersetzer noch seinen eigenen Senf dazu gibt, ist nur ein weiteres Zeugnis für die mittelmäßige Qualität dieser Lektüre.
Mal ganz unpathologisch 
Unzählige Bücher klären uns über den pathologischen Bereich der ADHD auf und sind auch immer so freundlich die positiven Aspekte dieser "Anderen Art die Welt zu sehen" am Rande zu erwähnen. Thom Hartmann hat in diesem Buch ausschließlich diese positiven Aspekte im Auge und gibt sicher jedem ADHD-Betroffenen Mut und Hoffnung. Hierbei sollte man aber nicht vergessen, dass das alles rein hypothetisch ist, trotzdem aber durchaus des Nachdenkens wert. Mir hat dieses Buch geholfen mir und meinem Sohn immer wieder Mut zu machen.
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