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Aus der Amazon.de-Redaktion
Irgendwann im Leben eines Mannes -- zumeist so kurz nach 40 -- denkt man an die Zeit zurück, in der man jung war. Dann kauft man sich Bücher, die einem ins Gedächtnis bringen, wie es damals war zu leben, welch klebrige Brause man trank oder welch schaurige Musik man gehört haben soll. Wenn man ein kreativer Mann ist, dann schreibt man gleich ein Buch über diese seine Jugend, das schon wegen der darin vorkommenden, inzwischen verschwundenen Produkt- und Musikgruppennamen bei den Gleichaltrigen gut ankommt. Florian Illies ist so ein Mann, oder Frank Goosen. Oder Sven Regener eben. Sven Regener ist der Komiker unter den Nostalgikern. Er hat Humor, den man aber vollends nur verstehen kann, wenn man bei der Bundeswehr war oder selbst in jener Zeit gelebt hat, in der seine Bücher spielen. Der Anfang von Der kleine Bruder ist ein gutes Beispiel dafür. Da fährt der Protagonist Frank Lehmann auf der Suche nach seinem großen Bruder Manfred, einem Künstler, von Bremen nach Westberlin, und ist krampfhaft darum bemüht, 100 Stundenkilometer nicht zu überschreiten. Dazu muss man wissen, dass damals in der DDR hinter jeder Autobahn-Hecke ein Polizei-Trabant gelauert hat, der nur darauf wartete, Wessis harte Devisen aus der Tasche zu ziehen. So jedenfalls glaubt man sich als Mensch über 40 zu erinnern. Wer so eine Fahrt schon einmal mitgemacht hat und die Situation versteht, kann über Regeners Beschreibung lauthals lachen. Andere können an vielen Stellen wohl nur schmunzeln.
Zu lachen und zu schmunzeln gibt es viel in Der kleine Bruder. Denn Frank Lehmann trifft nicht auf seinen Bruder, wohl aber auch dessen durchgeknallte WG, auf Hausbesetzer, schräge Musiker -- und, natürlich, auf die Frauen. An Stelle des verschollenen Manfred, der in Berlin aus unerklärlichen Gründen Freddie heißt, wird Lehmann zu einer Krisensitzung abkommandiert. Und der Leser über 40 kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, woher Sven Regener all seine skurrilen Einfälle hernimmt -- und warum er ihm damit die eigene Vergangenheit derart lebendig wieder vor Augen führt. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de
Ich habe Tränen gelacht - Die Geschichte könnte für mich endlos weiteregen ![]()
Für alle Lehmann-Fans ist es eine Pflicht das Buch zu lesen. Ich begreife nicht, wie die Rezensionen teilweise so schwach ausfallen. Meiner Ansicht nach steckt in der Geschichte Humor auf ganz hoher, intelligenter Ebene. Herr Lehmann ist in meinem Alltag nicht mehr wegzudenken, so dass ich mich manchmal frage, was er jetzt wohl gerade macht! Wir haben Frank im 1. und 2. Teil kennengelernt und finden ihn in "Der kleine Bruder" genauso wieder. Mein Fazit >> LESEN und noch l a n g e später darüber lachen. Wenn ich einen Weihnachtswunsch frei hätte, würde ich mir Herrn (Frank-ie) Lehmann als Endlos-Geschichte wünschen.
Kerle, Kerle - leider nicht genügend Bier zur Hand ![]()
"Herr Lehmann" und "Neue Vahr Süd" kann ich sehr empfehlen, diesen dritten Teil nicht. An die liebevollen Milieubeschreibungen, die szenische Dichte einzelner Passagen und den Sprachwitz seiner Vorgänger kommt der "kleine Bruder" nicht ran.
Die Figuren wirken insgesamt profillos, rhetorische Macken verleihen ihnen einen Hauch von Eigenständigkeit ("Kerle" = ah, jetzt spricht Erwin); selbst Frank Lehmann selbst scheint einem manchmal nicht mehr vertraut zu sein. Den "kleinen Bruder" würde man als einfaches Bühnenstück inszenieren können mit einer Handvoll Schauspieler und wenigen, wiederkehrenden Kulissen (dunkle Straßenzüge, dunkle Kneipen), wobei die Dialoge einen nicht vom (Bar-)Hocker hauten.
Ich denke, Autor Regener will in diesem Werk die Sponti-Mentalität der Hauptakteure (also der Punks und Pseudo-Künstler im Berlin Anfang der 80er) ein wenig demaskieren, ohne sie allzu sehr zu brüskieren, er erzählt von deren wirren und skurrillen Ideen, und vor allem von einer großen, großen Ziellosigkeit.
Diesen Eindruck zu vermitteln schafft Regener auch, gut sogar, nur leider ist das für den geneigten Leser zuweilen arg langweilig, weil er genauso ziellos wie einige Romanfiguren durch die Zeilen irrt in der Hoffnung, auf der nächsten Seite wird mal was Spannendes, Witziges passieren. Leider passiert nicht viel in diesem dritten Roman der Lehmann-Reihe, und soviel Bier wie Frank, Karl & Co., um sich die Gegenwart ein bisschen netter zu trinken, hat man leider auch nicht immer zur Hand.
Klare Sache für mich: Den "Kleinen Bruder" kann man sich sparen, der 1. und 2. Teil sind klare Empfehlungen.
281 Seiten bla bla bla...... ![]()
Ich habe mich seit einem Beitrag im Fernsehen sehr auf die Veröffentlichung des Buches gefreut und war von der Aufmachung auch recht angetan - nur der Preis hat mich noch einige Wochen überlegen lassen ob dieser auch gerechtfertigt ist..... und das war er definitiv nicht! Ich hatte nach "Herr Lehmann" und "Neue Vahr Süd" hohe Erwartungen an "Der kleine Bruder" die bitterlich enttäuscht wurden. Anfangs dachte ich noch es kann nur besser werden und nach der Hälfte muss ich mich wirklich zwingen das Buch zu Ende zu lesen.
Was will mir dieses Buch sagen? ![]()
Nach "Herr Lehmann" und "Neue Vahr Süd" war ich gespannt auf den dritten Teil. Hat mich Herr Lehmann noch begeistert und gefesselt, v.a. durch seine unorthodoxen Dialoge, so hat mich das dritte Buch hauptsächlich gelangweilt. Die Dialoge unterhalten hier und da noch ganz gut, aber die Story bzw. das Anliegen (Was will mir der Autor damit sagen?) des Buches erschloss sich mir nicht.
Die Charaktere waren mir zu flach und fade beschrieben, was auch die doch sehr lustigen Namen wie P. Immel usw. nicht wett machen konnten.
Insgesamt war ich enttäuscht von diesem Buch!
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