Bauhaus Search Bauhaus BauhausBauhaus: 1919-1933. Reform und Avantgarde
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Customer Reviews:Das Bauhaus - Eine der weltweit einflussreichsten deutschen Erfindungen 
Am Anfang stand eine Vision, nämlich die Idee, aus der Katastrophe des Ersten Weltkriegs einen neuen Menschen entstehen zu lassen, der im demokratischen Sinne gebildet sein sollte und dessen Alltag von funktionalen Dingen geordnet sein sollte, befreit vom unpraktischen Ausstattungsplunder der Kaiserzeit, den sich ohnehin nur das reiche Bürgertum oder der Adel leisten konnte. Der neue Mensch sollte ein freies Geschöpf werden, das mit allen Sinnen begabt, durch die besten Künstler und Architekten der Zeit geschult und dazu befähigt sein sollte, die Gegenwart und Zukunft eines modernen Jahrhunderts zu erfinden. Walter Gropius gab dieser Vision im Jahr 1919 einen Namen: "Bauhaus." Der Name "Bauhaus" steht als sinnstiftende Hülle für gemeinsam entwickelte Gedanken über die Gestaltung von Leben und Umwelt und sei somit ein Monument steter Reflexion über seinen eigenen Um- und Weiterbau.
Im Neubau der Bildungseinrichtung in Dessau, geschehen im Jahr 1926, wurden moderne Produktionswerkstätten integriert, denn das, was am Bauhaus erprobt und entwickelt wurde, musste sich rentieren. Die Zukunft des Handwerks lag in der schöpferischen Entwurfsarbeit für die industrielle Produktion begründet. Aus der anfänglichen Orientierungsphase in Weimar hatten sich nun Gesetzmäßigkeiten wie Normen, Typus und Synthesen herausgebildet und markierten in der Vereinigung künstlerischer und handwerklicher Tendenzen den Weg zu neuen, praktischen, industriellen Gestaltungsformen. Alltagsgegenstände sollten den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Leitsätze im Bauhaus orientierten sich daher an Sullivans Ausspruch "Die Form folgt der Funktion" oder an Mies Van der Rohes Leitsatz "Weniger ist mehr." Mit der industriellen Produktfertigung kam auch die Forderung nach einheitlichen und genormten Verbindungsmitteln. Ein wichtiges Werk, das sich aus dieser Aktivität des Bauhaus entwickelt hat und noch immer aktualisiert wird, ist das Buch "Neufert" für das Bau- und Möbelgewerbe. Dort werden vor allem Maßempfehlungen für alle erdenklichen Bau- und Wohnprobleme gegeben.
Das Bauhaus verfügte, wie bereits erwähnt, über zahllose Werkstätten. Dazu zählte z.B. eine Tischlerei- und Ausbauwerksstatt, eine plastische Werkstatt für Holz- und Steinbildhauerei, eine Metallwerkstatt, eine Keramikwerkstatt, eine Werkstatt für Wandmalerei, eine Webereiwerkstatt, eine Druckerei, eine Reklame- und Werbewerkstatt, eine Werkstatt für Fotografie, eine Werkstatt für Bühnenbau und die Bauhausbühne selbst als modernes Theater und eine Abteilung, die sich um die Fragen der modernen Architektur bemühte. Das Unterrichtsgebäude mit seinen Werkstätten ist im Jahr 1996 zum Weltkulturerbe der Unesco erhoben worden. Die gleiche Ehre kam der Fabrikantenvilla Tugendhat im Jahr 2001 zu und außerdem wurde dort sogar noch die Teilung der Tschechoslowakei ratifiziert. Die Stuttgarter Weißenhofsiedlung bildet seit den 20er Jahren immer wieder den Hintergrund für Werbung um die Automarke Mercedes Benz.
Am Bauhaus wurde allerdings nicht nur gearbeitet, sondern auch intensiv gefeiert. Ein Großteil der Studenten waren junge Frauen. Das allein war damals schon revolutionär. Für die Weimarer allerdings ein Indiz für Unzucht. Lehrer, wie Johannes Itten, die sich durch Reisen mit fremden Kulturen vertraut gemacht hatten, rauchten mit ihren Schülern im Vorkurs zur Menschbildung und Förderung der Sinneskompetenz rauscherzeugende Kräuter, um interessante Formen und Farben zu sehen. Das war allerdings nicht nur für die konservative Bürgerschaft Weimars, sondern auch für Gropius ein wenig zu viel des Guten. Das Bauhaus wurde als Brennpunkt eines radikal modernisierten Alltags zum Katalysator eines völlig neuen Lebensgefühls. Seine Leistung bestand darin, antiakademische Geisteshaltungen zu bündeln und auf unkonventionelle Weise zu verankern. Neue Modestile und Formen des Zusammenlebens, die Erprobung der freien Liebe, die Erfindung eigener Körperkonzepte und die phantasievollen Feste wurden zu Seismographen für Zeitgeist und Experimentierfreudigkeit.
Eines ist klar: Das Bauhaus strahlt noch heute -90 Jahre nach seiner Gründung und seinem kurzen Bestehen von 14 Jahren - eine faszinierende Lebendigkeit aus. Die kunst- und kulturhistorische Forschung widmet sich der Institution Bauhaus nach wie vor mit unverminderten Interesse und erhebt immer wieder neue Fragestellungen.
Die drei Direktoren in den 14 Jahren der Bauhauszeit hießen Walter Gropius, Hannes Meyer und Ludwig Mies Van der Rohe. Sie waren vor allem für die Bildung und Forschung in der Architektur verantwortlich. Zu den bekanntesten Bauhausmeisterlehrern der Dessauer Zeit zählen beispielsweise noch Johannes Itten (Farben- und Formlehre, Bildanalyse, Glasmalerei, Metallarbeiten, usw.), Paul Klee (Buchbinderei), Lyonel Feininger (Druckerei), Josef Albers (Glasmalerei), László Moholy-Nagy (Metallarbeiten), Walter Gropius (Tischlerei), Georg Muche (Weberei), Walter Peterhans (Fotografie), Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky (Wandmalerei), Lothar Schreyer, Oskar Schlemmer (Bühne), Gerhard Marcks (Töpferei).
Joost Schmidt (Ausstellungsgestaltung) oder Gertrud Grunow (Harmonisierungslehre).
Einige schillernde Persönlichkeiten dieser Zeit sollen auch noch genannt sein: Werner Graef, Herbert Bayer, Marcel Breuer, Kurt Kranz, Gunta Stölzl, Marianne Brandt, Otti Berger, Karl Hermann Haupt, Max Bill, Takehito Mizutani, Alfredo Bortoluzzi. Erich Krause, August Agatz, Ludwig Hirschfeld - Mack, Erich Diekmann, Hin Bredendieck, Hermann Gautel, Alma Buscher, Joost Schmidt, Naum Slutzky, Wilhelm Wagenfeld, Wolfgang Tümpel, Theodor Bogler, Otto Lindig, Alfred Arndt, Hinnerk Scheper, Hermann Fischer, Theo Ballmer, usw.
Allein die hier aufgezählten Personen, über deren Werk selbst zum Teil viele umfassende Bücher geschrieben worden sind, und die Anzahl der Werkstätten machen deutlich, dass man das Thema "Bauhaus" in so einem kleinen Taschenbuch nicht abhandeln, sondern nur anschneiden kann, um evtl. weiteres Interesse zu wecken. Daher kommt es meines Erachtens hier zu Oberflächlichkeiten und Verwirrungen für Einsteiger in das Thema. Das Design des Bauhaus war für die 20er Jahre so modern, dass der Laie beim Durchblättern das in diesem Buch Abgebildete, z.B. die Architektur, teilweise zeitlich in die 1980er oder 90er Jahre einsortieren könnte. Die Gebrauchsgegenstände, wie z.B. die Möbel von Marcel Breuer oder Mies van der Rohe, findet man heute als zeitlose Möbel im öffentlichen Raum im In- und Ausland, auch in Museen oder den neuen Berliner Regierungsbauten. Als Appetitmacher auf mehr Bauhaus ist das Buch sicher gut geeignet und aufgrund des günstigen Preises kann dieses Buch vielleicht auch dazu dienen, Menschen neugierig zu machen, die sich sonst nie mit dem Thema beschäftigt hätten. - Christoph Erlemeier -
Gutes Überblickswerk 
Das Buch "Bauhaus. 1919- 1933" ist ein guter, kleiner Überblick über Intensionen und Entwicklung des Bauhauses, sowie deren Beteiligte. Für ein intensives Auseinandersetzen mit dem Bauhaus empfehle ich aber auf andere Werke zurückzugreifen. Allerdings sollte man bei Beginn der Lektüre gewisse Grundkenntnisse über das Bauhaus mitbringen. Also, was ist Bauhaus... . Dennoch lassen sich die meisten auch beim Lesen erwerben.
bildgestaltung super - textlich schwach 
dieses taschen-buch hat meine erwartungen ziemlich enttäuscht. die grafische gestaltung und die auswahl der bilder ist zwar sehr gut gelungen und interessant aber der text ist teilweise unverständlich, wirkt zusammenhangslos, ist nicht chronologisch und schon gar nicht geordnet. das ziel einer verständlichen einführung ins das thema bauhaus ist klar verfehlt. ein beispiel: das und wann das bauhaus von weimar nach dessau und dann nach berlin umzieht erfährt man explizit erst auf der letzten seite. während des gesamten buches wird dieses wissen allerdings ständig vorausgesetzt, was erstmal fragezeichen beim leser hinterlässt. ich vermute, dass droste den text für dieses buch aus ihrem anderen, umfangreicheren buch über das bauhaus (gibts auch bei amazon!) zusammengestückelt hat und das er deswegen so schwach ist.
die rezensentin vor mir hat den selben kommentar auch als rezension für dieses andere bauhaus-buch von droste verfasst und mir damit diese mangelhafte taschen-ausgabe schmackhaft gemacht: unfair!
finger weg von diesem buch. lieber etwas mehr geld investieren und ein anderes kaufen. inhaltlich bleiben zu viele fragezeichen!
Eine großartige Stoffsammlung 
Magdalena Droste ist hier eine großartige Aufarbeitung der Bauhaus-Epoche gelungen, der vielleicht prägendsten und innovativsten Epoche für unser heutiges architektonisches Verständnis überhaupt. Ihre Text-Bild-Kopplungen sind hinreißend, das Buch liest sich - anders als die meisten Bücher dieser Art - flüssig, teils sogar spannend, ohne die wissenschaftliche Präzisität zu verlieren. Ein Buch, in dessen Duktus ich mir eine ganze Reihe wünschen würde, weil sie auch Außenstehende in nicht gekannter Weise für das Thema begeistern könnte.
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