![]() |
Durchschnittliche Kundenbewertung: More Details: Sternstunden der Menschheit: Vierzehn historische Miniaturen Sternstunden der Menschheit: Vierzehn historische Miniaturen @Amazon Sternstunden der Menschheit: Vierzehn historische Miniaturen @aStore |
Außergewöhnliche menschliche Leistungen, besondere Momente und einzigartige Persönlichkeiten ![]()
Die meisten der vierzehn Miniaturen sind als Novellen angelegt. Ausnahmen bilden "Heroischer Augenblick", das als dramatisches Gedicht auftritt, und "Die Flucht zu Gott", von Stefan Zweig als Theaterfragment konzipiert.
Alle Miniaturen schildern historische Momente von der Länge einiger Stunden, Tage oder Wochen, die den Gang der Weltgeschichte beeinflusst haben. Zweig stellt hierbei heroische Taten oder Unterlassungen heraus - so Balbaos Entschlossenheit eines Desperados, als erster Europäer den Pazifik zu sehen, und nach diversen Fehlschlägen die erste erfolgreiche Verlegung eines Telegraphenkabels durch den Atlantik -, aber eben auch Momente wie Grouchys sklavischer Gehorsam, der Napoleon bei Waterloo vernichtete, die aus einer zutiefst unglücklichen Liebe geborene Marienbader Elegie und Scotts tödliches Drama beim Wettlauf um den Südpol.
Nicht immer kann man Stefan Zweig historische und wissenschaftliche Genauigkeit attestieren; hin und wieder hat ihn einfach die Geschichtsforschung überholt. Seine Miniaturen sind jedoch auch heute wertvoll, denn sie schärfen den Blick für außergewöhnliche menschliche Leistungen, für besondere Momente und einzigartige Persönlichkeiten, die sich durch extreme Leistungen oder extremes Versagen auszeichnen, wobei beides oft sehr dicht beieinander liegt, wie Zweig aufzuzeigen vermag. Ereignisse aus der politischen wie der Kunst- und Kulturgeschichte stehen in diesem Werk gleichberechtigt nebeneinander.
Wir "Heutigen" stoßen uns möglicherweise manchmal an Zweigs für seine Zeit nicht ungewöhnlichem Stil, einer Üppigkeit und bewusst forcierten Dramatik, die man mittlerweile vermeidet. Trotzdem können wir uns der Faszination von Zweigs Miniaturen nicht leicht entziehen: Der Autor taucht tief in die Seelen seiner Protagonisten ein, lässt sie lebendig werden als Helden, Versager und im Grunde alltägliche Menschen, zeigt sie in ihrer Unzulänglichkeit oder geradezu übermenschlichen Gewalt in einer besonderen Stunde. Langeweile kommt beim Zuhören ganz gewiss nicht auf, zumal die Auswahl der Protagonisten trotz ihrer Subjektivität überzeugt. Zweig hat mit sicherem Gespür für das Besondere echte Sternstunden erwählt. Und seine Novellen sowie die beiden anderen Stücke sind für jeden vielseitig Interessierten eine echte Bereicherung im Übergang von Belletristik und Geschichte.
Jürgen Hentsch überzeugt als Sprecher nicht weniger als der Autor selbst. Er fühlt sich in jede Bewegung ein, ohne manieriert aufzutreten, und bietet ein abwechslungsreiches und anrührendes Hörerlebnis.
Der Preis für dieses Hörbuch ist kein Pappenstiel trotz der immerhin zehn CDs. Angesichts der inhaltlichen und akustischen Qualität scheint er akzeptabel, zumal auch die Ausstattung einschließlich eines detaillierten Booklets überzeugt.
Die letzte Messe in Hagia Sophia und anderes mehr. ![]()
Jürgen Hentsch wurde 2002 mit dem Grimme- Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis für die Rolle als Heinrich Mann in Heinrich Breloers Fernsehfilm " Die Manns " ausgezeichnet.
Seine sonore, betont angenehme Stimme hört man 551 Minuten lang auf den vorliegenden 10 CDs, während er Stefan Zweigs " Sternstunden der Menschheit" liest.
Auf den Inhalt der Texte gehe ich an dieser Stelle nicht näher ein , weil das " Buch der 1000 Bücher " ( siehe oben) alles bereits bestens ausgelotet hat. Wiederkäuen langweilt.
Normalerweise bin ich keine Freundin von gesprochenen Büchern, nicht zuletzt, weil ich vermute, dass man Texte besser verarbeitet, wenn man sie liest.
Beim Hören ist man nicht selten leicht abgelenkt, da man zumeist gleichzeitig anderes unternimmt.
Ich habe die CDs gehört, ohne mich mit weiteren Dingen zu beschäftigen. Es war ein Hochgenuss.
Diese 10 CDs erfordern nicht, dass man sie kurz hintereinander hört, da jede historische Begebenheit für sich alleine steht.
Zweig beschreibt schicksalsträchtige Stunden der Menschheit, in denen eine zeitüberdauernde Entscheidung auf ein einziges Datum, mitunter sogar auf eine einzige Stunde zusammengedrängt ist.
Die Texte sind überaus spannend, erfordern aber hohe Konzentration, weil die Sprache sehr dicht ist, zudem setzen sie ein gewisses historisches Verständnis voraus.
Widmen Sie sich völlig dem Text , dann haben Sie viel davon.
Sehr empfehlenswert.
Historisch völlig daneben! ![]()
Mein Aussage konzentriert sich lediglich auf die Eroberung von Byzanz 1453. Da ich gerade meine Seminararbeit darüber schreibe bin ich bestens darüber informiert. Deshalb habe ich gedacht, ich kaufe mir dieses Buch und informiere mich einfach mal außerhalb der wissenschaftlichen Quellen darüber.
Aber mit Wissenschaft hat die Eroberung nicht mehr viel zu tun. Teilweise beruht diese Geschichte tatsächlich nur auf Willkür und nicht auf historsichen Fakten.
Außerdem hatte ich auch das Gefühl, das relativ unwichtige militärische Operationen künstlich aufgebauscht wurden, während tatsächlich wichtige Angriff nur sehr spährlich erwähnt worden sind.
Auch die Folgen der Eroberung kommen für mich zu kurz.
Als reine Unterhaltunsliteratur mag das nicht schlecht sein, aber wenn man historisch interessiert ist und auch fundierte Werke lesen will, dann ist dieses Werk nicht zu empfelen!
Geschichte im Zeichen des Kairos ![]()
Die alten Griechen hatten zwei Götter für die Zeit. Chronos, den Gott des Zeitverlaufes und Kairos, den Gott des rechten Augenblickes. Während die Fachhistoriker im Normalfall Geschichte im Zeichen des Chronos (als Chronologie) schreiben, hat Zweig sich entschieden, eine Geschichte der entscheidenden Augenblicke zu schreiben. Vielleicht wird man darin eines Tages die Begründung einer "Kairologie" sehen: "Was ansonsten gemächlich und nebeneinander abläuft, komprimiert sich in einen einzigen Augenblick, der alles bestimmt und alles entscheidet: ein einziges Ja, ein einziges Nein, ein Zufrüh oder ein Zuspät macht diese Stunde unwiderruflich für hundert Geschlechter und bestimmt das Leben eines Einzelnen, eines Volkes und sogar den Schicksalslauf der ganzen Menschheit."
Karios ist ein Jüngling mit einem Haarschopf vorne und einer Glatze am Hinterkopf und er hat geflügelte Schuhe, ist immer in Bewegung. Man muss ihn - im rechten Moment - beim Schopf packen, sonst ist er schon weitergelaufen und man greift ins Leere, rutscht an der Glatze ab. Und um den Kairos beim Schopf zu packen braucht es Mut, Entschlossenheit, mitunter auch Verwegenheit, Tollkühnheit. Es sind Charaktereigenschaften, die im Moment der Entscheidung den Ausschlag geben. Höchst subjektive Eigenschaften, die sich aus der Biographie dieses Menschen ergeben. Deshalb ist Zweigs "Kairologie" immer auch eine Psychologie: Wie kam es dazu, dass dieser Mensch im Moment der Entscheidung so und nicht anders handelte, die Gelegenheit beim Schopf packte oder aber vorbeigehen ließ.
Man merkt: Bei Zweig macht nicht die Geschichte Individuen, sondern Individuen machen Geschichte. Das lässt sich auch als Beschwörung des einzelnen, des Individuums lesen, gerade zu einer Zeit, wo der einzelne im Begriff war, im Massenhaften unterzugehen (Die Welt von gestern) Die beschriebenen Leistungen, die "Sternstunden" sind so in erster Linie Schicksalsstunden, die Triumph oder Tragödie nach sich ziehen.
Triumph des Nunez de Balboa, der als erster Europäer den Pazifik gesehen hat, des Mahomet, der Byzanz nach 1000 Jahren christlicher Herrschaft einnimmt, des G.F Händel, der nach einem Schlaganfall den Messias komponiert, des Goethe, der eine letzte unglückliche Liebesleidenschaft in die Marienbader Elegie sublimieren kann, des Cyrus Field, der zwei Kontinente verkabelte, des Leo Tolstoi, der in der Todesstunde seine Authentizität zurückgewinnt, des W.I. Lenin, der vom Schweizer Untermieter zum Revolutionsführer wird.
Dem Triumph steht die Tragödie gegenüber: die Tragödie des Hauptmannes Rouget, des Kompontisten der Marseillaise, des Generals Grouchy, der vielleicht die Schlacht von Waterloo hätte entscheiden können, des J.A Suter, dem halb Kalifornien gehörte und der doch als armer Mann starb, des Kapitän Scott, der nur als zweiter am Südpol ankam und dort starb, des Cicero, der nicht die Kraft hat, die Sache der Republik zu retten, des Präsidenen Wilson, der Europa nicht eine neue Ordnung geben kann.
In Zweigs "Sternstunden" gibt es keine Moral der gerechten Sache, sondern nur eine Moral des Bestehens vor dem Kairos. Das rückt diese Erzählungen in die Nähe altgriechisch-dramatischer Dichtungen, was ja ein genereller Zug der Erzählungen Zweigs ist. Und wenn er schreibt, er habe diese Geschehnisse nicht durch eigene Erfindung verfärbt oder verstärkt, stimmt das wohl nur deshalb, weil nur ein dramatischer Geist das Drama dieser Geschehnisse nachzuerzählen vermag.
RELATED:
|
Die Märchen von Beedle dem Barden EUR 10,00 |
|
|
Die Leber wächst mit ihren Aufgaben. Kurioses aus der Medizin EUR 7,95 |
|
|
Ausser Dienst: Eine Bilanz EUR 17,00 |
|
|
Feuchtgebiete EUR 12,50 |
|
|
Tintenherz. Tintenwelt 01 EUR 19,90 |
|
|
Schmitz' Katze: Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal EUR 5,00 |
|
|
Bis(s) zum Ende der Nacht: Band 4 EUR 24,90 |
|
|
Das Spiel des Engels EUR 17,49 |
|
|
Mieses Karma EUR 5,55 |
|
|
Bella und Edward: Bis(s) zum Morgengrauen: Bd 1 EUR 9,95 |
![]() |
|
| Home | Bücher | Elektronik&Foto | DVD | Pop Music | Software | Computer&Videospiele | Home & Garden |
| Kostenlose Lieferung ab 20 EUR. |