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Der Prozess

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Der Prozess by Franz Kafka Preis: EUR 2,95

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Customer Reviews:
Mit nichts zu vergleichen
DERJENIGE deutschsprachige Jahrhundertroman neben dem Alexanderplatz und dem Zauberberg, der in einer nie wieder dagewesenen Klarheit in 10. filmartigen Kapiteln die stufenweise Vernichtung des Protagonisten K. mit unerreichter erzählerischer Kraft dem Leser nahezu ins Gehirn drückt. Natürlich kann man sich bei Kafka zu Tode interpretieren und schön einen klugen wie banalen Satz nach dem anderen ablassen, aber das ist nichts im Vergleich zum Lesevergnügen, welches man immer wieder geboten bekommt. Was man nicht vergessen sollte zu sagen: Wenige Bücher schaffen in drei, vier kurzen Sätzen eine solche erotisch - schwüle Atmosphäre (wir denken hier beispielsweise an die Frau des Gerichtsdieners, die vom häßlichen Studenten vor K.`s Augen hinfortgetragen wird, oder an Leni, das Dienstmädchen, das K. hemmungslos und lustvoll verführt, oder an die in zu kurzen Röcken auftretende Mädchenschar im heruntergekommenen Haus des Malers Tintorelli, die sich alle in eindeutigen Gesten anbieten und sich unaufgefordert in das Bett des Malers hineinlegen), wie im Prozess. Die Bildhaftigkeit der Sprache, die die Charaktäre vor einem inneren Auge plastisch entstehen lässt, ist keinem anderen so gelungen wie Kafka. Im übrigen steht bei dem werten amazon - Rezensenten C. Bernhart - "Sind Sie auch schon im Prozeß - " der ganze wissenswerte Rest über den Roman. Zwischen Bernhardt über Nabokov bis hin zu Woolf gibt es nicht so viel zum Lesen, seien wir dankbar, daß Kafka sich doch nich dazu entschloß, große Teile senes Werkes zu verbrennen. Bitte lesen und immer am Mann tragen, zusammen mit der neuen Walser - Ausgabe bei Stroemfeld z. B. .

Sind Sie auch schon im Prozeß ?
Es ist hier schon so viel gesagt worden, dem ich mich nur anschließen kann, insbesondere über die Vieldeutigkeit des Romans auf verschiedensten Ebenen (also Futter für den Geist), und - spiegelbildlich - die verschiedensten emotionalen Ebenen, auf denen die Geschichte jeden ganz persönlich berühren kann. Deswegen ist der Roman so ganz besonders reichhaltig für mich.

Es werden keine Aussagen gemacht in diesem Buch bzw. Prozeß. Und (die richtigen) Fragen bzw. Gelegenheiten, diese zu stellen, werden garantiert stets verfehlt, siehe Gleichnis mit dem Türhüter.

Fragen sowie Antworten werden dem Leser überlassen. Eine unvergleichlich angenehme Situation auf den ersten Blick. Kein besserwisserischer Held weit und breit. Aber auch niemand, der uns hilft.

Die Figur des Josef K. war mir manchmal sympathisch, manchmal unsympathisch, aber nie gleichgültig. Zu Anfang ist er ein selbstgerechter, geradezu selbstverliebter, von sich eingenommener Schnösel und Weiberheld, unentbehrlich an seinem Arbeitsplatz, unentbehrlich bei seiner Vermieterin. Nichts scheint seinen Lebensplan zu kreuzen, als urplötzlich Franz und Willem auf dem Plan stehen und ihn "verhaften".

Was weiter mit Josef K. geschieht und wie er sich langsam verändert, sein Verhältnis zu seiner Umwelt sich ändert und zu sich selbst und seine Schnöselhaftigkeit nur noch notdürftig aufrechterhalten wird, kann ich nicht anders als spannend nennen.

Kafka ist nicht der Voyeur seines "Antihelden", sondern schildert alles kühl, manchmal gegen den Strich, erfüllt keine Erwartungen, bleibt gnadenlos. Hochachtung.

Wie herzergreifend und kompromißlos dann allerdings das Ende. Man ahnte es, Josef kapituliert. Heroisch möchte er sein am Ende, so schreitet er nicht nur willenlos, sondern kooperativ seiner Hinrichtung entgegen, möchte einen letzten guten Eindruck machen, Schnösel (und nicht Kämpfer) bis zum Schluß.

Es wird im Buch klar unterschieden zwischen "normalen" rechtlichen Vergehen, wie Diebstahl, gar Mord etc. = "normalen" Gerichten, und dem "Prozeß", wie Josef K. ihn konfrontieren muß. Allen Personen im Buch ist dieser Unterschied geläufig. Niemals wird K. gefragt, was er verbrochen hat. Es geht um Schuld, oder Schulden, für die es keine "weltliche", "juristische" Anklage gibt, nur die eigene. Das kann wohl jeder Mensch nachvollziehen. Das innere Gericht, der innere Prozeß, den man sich selbst macht, für Dinge, die doch gar niemand weiß außer uns selbst. Geheimnisse.

Einmal überlegt Josef K., was in der ersten "Eingabe" bei Gericht stehen müsse. Es ist nicht weniger als sein ganzes Leben, warum er wo wie was getan habe. Eine unglaublich arbeitsaufwendige, durch keine Fragen von außen gestützte "Eigen-Psychoanalyse" also. Aber er geht nicht in sich, man erfährt weiterhin nichts über seine Herkunft etc.. Er überlegt nur, daß er jetzt seinen Job kündigen oder Urlaub nehmen müßte, um Zeit dafür zu haben, eine rein (prozeß-)technische Überlegung, denn er hat keine Lust und kein Bedürfnis zur Selbsterforschung. Im Gegenteil, er beschwert sich, er sei in den besten Jahren, tagsüber will er Karriere machen, nachts in Weinlokalen sich amüsieren. Also sucht er sich Hilfe von außen, beim Advokaten z.B.. Dieser ist ihm sogar wohlgesonnen, obwohl anderen Mandanten (Kaufmann Block:-))) gegenüber geradezu sadistisch veranlagt. Außerdem hat er einen hilfreichen und resoluten Onkel. Und er lernt den Gerichtsmaler Tintorello kennen. Das alles ist absolut wertlos für ihn.

Im vorletzten Kapitel "Im Dom" sagt der "Gefängnispfarrer": Du hast Dir zuviel Hilfe von außen geholt.

Josef K. verändert sich, das ist der "Prozeß". Es ist nicht sentimental. Nicht belehrend. Nicht erbaulich. Es ist sogar vorhersehbar. Wie er mit allem umgeht, ist nicht gut. Wir stehen einem Dummkopf zur Seite, wie wir selber einer sind. Heutzutage könnte der Roman den Titel "Die Therapie" haben, oder so.

Es gibt eine Art negativen Sog in der Geschichte, der einen von Anfang an spüren läßt: dies wird keinen guten Ausgang nehmen. Die Verhaftung zu Beginn ist eigentlich das "Hallo-wach!-Zeichen" für dieses Individuum. Josef K. schafft es jedoch nie, sich dem existentiellen Kampf, der das Leben nunmal ist, mit Herzblut zu stellen. Er hat immer Ausflüchte. Und viel zu viele Gedanken im Kopf. Er meint, die Frauen könnten ihm helfen, da er offenbar von diesen geliebt wird. Er selbst ist jedoch total beziehungsarm und liebt niemanden. Besagte Frauen findet er eigentlich dumm und blöde, ist aber pfiffig genug, sie instrumentalisieren zu wollen.

Nur das Fräulein Bürstner widersteht ihm. Und nur dieses Fräulein achtet er. Und ausgerechnet sie sieht er auf seinem letzten Gang zum Schafott. Ein junger Mann, der nicht aus seiner Haut heraus kann.

Ich fand viele Szenen hochkomisch, habe laut gelacht. Szenen bildhaft vor mir gesehen. Es ist lustig, grotesk, wirklich witzig.

Und, das hätte ich vielleicht zu Beginn schreiben sollen, sehr leicht und eingängig zu lesen. Ein wunderschönes Deutsch. Manche Sätze sind lang, aber auch nur deshalb, weil Herr K. lieber durch Kommas trennt als durch Punkte. Das ist alles, nichts verschachtelt. Und dieses Stilmittel hält einen irgendwie atemlos.

Muß man gelesen haben. Und kann auch jeder lesen, der lesen kann.

P.S. Hat mich irgendwie an den Film "Caché" von Michael Haneke erinnert. Oder umgekehrt.






Wahnsinn
Der Ausdruck "Wahnsinn" beschreibt im Falle dieses Buches nicht nur die Qualität sondern auch den Inhalt.
Kein anderes mir bekanntes Buch schafft es die Verlorenheit des Menschen in der Welt treffender darzustellen als Franz Kafkas "Der Prozess".
Es gibt Werke der Literatur, die einen nach Beendigung der Lektüre, noch über Jahre hinaus verfolgen und beschäftigen, dies ist definitv eines davon.
Die von Kafka geschaffene Welt droht den Leser förmlich zu verschlucken und in seine kalten Abgrund zu ziehen.
Wer dies Buch liest wird danach nicht mehr der sein, der er vorher war !

Vermeintliche Schuld
Der Konflikt wird im ersten Satz genannt und erzählt uns von der Verhaftung von Josef K.
Niemand sagt ihm, warum er verhaftet wird. Bei seinen Überlegungen gerät er immer tiefer in eine verwirrende Situation, die er bald nicht mehr auflösen kann. Das System nimmt zunehmend Eingriff in sein Leben, lässt aber entscheidene Dinge, wie Offenlegung der vermeintlichen Schuld, unbehandelt. Auch wenn Josef K. Einzelheiten in Erfahrung bringen kann, so kann er nicht bis zur Spitze dieser Maschinerie vordringen. Die Struktur dieser Behörde, die aus vielen weitverzweigten Instanzen besteht, ist undurchschaubar. Er muss erkennen, dass die meisten Menschen in seiner Umgebung zu diesem System gehören und letztendlich auch er selbst.

Es wird ihm eine Parabel erzählt, die ihn aber nur noch konfuser zurücklässt. Obwohl sich alle diese Instanzen in einem unklaren, teilweise versteckten und halbseidenen Bild zeigen, ist es klar, dass niemand einen Prozess anerkennen muss. Er könnte also aus freien Stücken auch gehen, genauso, wie es der Mann vom Lande in der Parabel hätte tun koennen.

Zum Schluss geht er bei seiner Verhaftung noch voran, da er sich aufgegeben hat und wird letztendlich getötet.

Auch hier wird wieder die Ohnmacht des Volkes gegenüber einer Machtinstanz gezeigt. Unter der Oberfläche kommt aber die Unmündigkeit, Bequemlichkeit, Schutzbedürfnis und Abhängigkeit hervor, mit der man als Machtapparat rechnen kann.

Schuldlos schuldig
In dem Roman "Der Prozess" behandelt Franz Kafka einen aussichtslosen Fall der Justiz. Der Bankangestellte Josef K. gerät in einen Prozess, dessen Ursache er nie erörtern wird und alle seine Versuche, sich aus dem Schlamassel herauszuholen, ziehen ihn nur umso stärker hinein und am Ende wird er sich kaum der Todesstrafe entziehen können.

Der Roman ist auf eine nicht leicht zu beschreibende Weise ergreifend.
Kafkas "Held" K. lässt sich immer mehr in ein System aus Justiz und Bürokratie ziehen, was irgendwie nebulös erscheint - so etwa die Gerichtskanzleien in der dumpfen Luft der Dachböden, die unerreichbaren "höheren Richter", die nie erblickbare Anklagebehörde. Gleichzeit jedoch ruiniert er aber auch in zunehmendem Maße seine gefestigte Existenz und tilgt kontinuierlich jegliches Realitätsbewusstsein aus.

Der Roman ist alles andere als leichte Unterhaltung. Er ist auch nicht als "Pausenfüller" geeignet.
Doch für den, dem Lesen nicht nur qualvolle Pflichterfüllung oder bedingt brauchbares Mittel gegen die Langeweile ist, präsentiert er sich als echte Bereicherung. Jeder Dialog ist ein Meisterwerk.

Fazit:
"Der Prozess" ist ein spannendes Werk und sehr klar und nüchtern geschrieben. All die Dinge, die Kafka beschreibt, erscheinen real und doch fantastisch und absurd.

Es ist sicherlich kein Roman für jemanden, der normalerweise nur Grisham, Irving und andere moderne Bestseller liest. Das Lesen des Werks erfordert - bedingt durch den einzigartigen Stil Kafkas - einige Anstrengung, auch von dem, der sprachlich und inhaltlich komplexe Bücher gewohnt ist.

Das Buch ist eher nicht spannend, es ist fesselnd. Kafka selbst bezeichnete seine Erzähltechnik als "Gefangennahme des Lesers", und dieses Vorhaben gelingt ihm sehr eindrucksvoll.


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